Mönchengladbach: St. Marien: Kirche fertig, aber Bushäuschen bleiben
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 18.12.2009Mönchengladbach (RPO). Nach mehreren Monaten der Sanierung können die Rheydter Katholiken am vierten Advent wieder zurück in ihre Marienkirche.
Doch mitten in die Freude über den von Architekt Dr. Burkhard Schrammen behutsam aber umfassend umgebauten Kirchenraum, gibt es für die Gemeinde einen schweren Rückschlag zu verdauen. Die Bushäuschen, die seit über zehn Jahren ein Ärgernis sind und eigentlich abgebaut werden sollten, bleiben nun doch offenbar länger stehen. Der Grund: Die Häuschen wurden im wesentlichen vom Land bezahlt. Werden die Unterstände nun verlegt, müsste die Stadt wahrscheinlich den Zuschuss von damals zurückbezahlen – ungefähr 50 000 Euro.
Die Kirchengemeinde war seinerzeit entsetzt, als die hohen Plastikschirme direkt vor das Hauptportal der Marienkirche gesetzt wurden. Nun hat Architekt Schrammen die Längsachse der Kirche betont und damit auch die Bedeutung des Hauptportals als Zugang zur Kirche herausgestellt. "Um so wichtiger ist es, dass das Portal frei ist", sagt Pfarrer Klaus Hurtz. Die Stadt hatte der Gemeinde zunächst auch das Signal gegeben, dass die Bushaltestellen zwar an diesem Platz erhalten bleiben müssen, die Unterstände aber sehr wohl versetzt werden könnten.
Das allerdings erwies sich als voreilig, wie Verkehrsplaner Martin Scheel der RP bestätigte. Die Bezirksregierung hat inzwischen einen Antrag der Stadt vorliegen. "Zwar haben wir noch keine Entscheidung aus Düsseldorf bekommen. Wir müssen aber nach den bisherigen Gesprächen davon ausgehen, dass eine Versetzung nicht förderunschädlich ist." Heißt zu Deutsch: Die Stadt müsste nachträglich die 85 Prozent, die das Land beigesteuert hatte, zurückzahlen. Für die milliardenschwer verschuldete Stadt ist das unmöglich.
Pfarrer Hurtz trifft das schwer. "Es muss eine Lösung gefunden werden." Stadtplaner Scheel hat eine – für die die Gemeinde allerdings noch einmal viel Geduld bräuchte. Der Marienplatz soll im Rahmen der Umgestaltung der Rheydter Innenstadt sowieso neu geplant werden. "Dann könnten wir uns auch um das Thema Bushäuschen noch einmal kümmern", so Scheel. Das bedeutet allerdings: Vor 2011 passiert an dieser Stelle nichts.
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