Mönchengladbach: Stadt geht gegen säumige Eltern vor
VON INGE SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 25.10.2007Mönchengladbach (RPO). Noch längst nicht alle schulpflichtigen Kinder sind an einer Grundschule angemeldet worden. Die letzte Frist für die Eltern läuft am 15. November ab. Wer bis dahin nicht reagiert, muss mit Folgen rechnen: Die Schulaufsicht und das Jugendamt gehen jedem Fall nach.
Das ist neu: Für die so genannten säumigen Eltern, die ihre Kinder bis zum 15. November nicht an einer Grundschule anmelden, wird das Folgen haben. Sie werden der Schulaufsicht und dem Jugendamt gemeldet. Denn: „Wir müssen im schlimmsten Fall davon ausgehen, dass die Kinder vernachlässigt werden“, sagte Schuldezernent Dr. Gert Fischer gestern vor dem Schulausschuss im Rathaus Rheydt. „Da muss jeder einzelne Fall geklärt werden.“
Keine Völkerwanderung
Von den 2300 schulpflichtigen Kindern sind bisher 2150 angemeldet worden. „Es fehlen also noch 150“, sagte Fischer, „plus die Kinder, die vorzeitig eingeschult werden sollen. Wir rechnen mit etwa 200 Kindern, die das betrifft.“ Das heißt, von etwa 150 bis 350 Kindern weiß die Schulbehörde bisher noch nicht, an welcher Grundschule sie letztlich landen werden. „Insofern sind alle Zahlen, die bisher bekannt sind, vorläufig.“ Sicher sei aber jetzt schon, dass auf die Freigabe der Schulbezirksgrenzen keine großartigen Verschiebungen folgten. „Es hat keine Völkerwanderung auf bestimmte Grundschulen gegeben“, sagte Schuldezernent Fischer. In etwa drei bis vier Wochen werden die Anmeldezahlen für die einzelnen Grundschulen verbindlich vorliegen.
Immer noch nicht abgeschlossen sind die Sprachstandserhebungen. Noch etwa 50 Tests an vierjährigen Kindern stehen aus. Diese Mädchen und Jungen besuchen keinen Kindergarten, und ihre Eltern haben bisher auch auf mehrfache schriftliche Aufforderungen, sich bei der Stadt zu melden, nicht reagiert. Folge: In den nächsten Tagen werden Bußgeldbescheide an die säumigen Eltern geschickt.
Damit nicht genug: Der Schuldezernent hatte gestern wenig Erfreuliches zu berichten. Die Grundschulen Heyden, Mülfort-Dohr, Carl-Sonnenschein und Bettrath-Hoven sind bei der Umwandlung in Offene Ganztagsschulen von den Mittelkürzungen des Landes direkt betroffen. „Wir mussten erheblich abspecken, das betrifft vor allem die Baumaßnahmen an den Schulen“, sagte Fischer. Die vier Schulen müssen dennoch bangen: „Wenn die Landesmittel ganz ausbleiben, haben wir ein echtes Problem.“
Noch schlechter sieht es beim „Schmerzenskind Hauptschule“ (Fischer ) aus. Auch hier gibt es erhebliche Unsicherheiten in der Finanzierbarkeit. Die Investitionsmaßnahmen für die bereits laufende Umwandlung der Hauptschule Frankfurter Straße in eine Ganztagshauptschule mussten auf ein Minimum herunter gefahren werden. Die übrigen Schulen, die als Ganztagsschulen vorgesehen waren, werden sich gedulden müssen.
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