Mönchengladbach: Stadt hat neues Ohr für Lärm
VON HOLGER HINTZEN - zuletzt aktualisiert: 30.05.2008Mönchengladbach (RPO). Fast 60 Beschwerden wegen Lärm, Gestank oder Abgasen aus technischen Anlagen hat die Stadt seit Jahresbeginn bearbeitet. Denn ihr Fachbereich Umwelt hat Aufgaben von der Bezirksregierung übernommen.
Die Adressen
Ansprechpartner Genehmigungsverfahren und Überwachung von genehmigungsbedürftigen Anlagen: Rathaus Rheydt, Zimmer 201, Tel. 02161 258210, Fax 258279
Überwachung von nicht genehmigungsbedürftigen Anlagen: Rathaus Rheydt, Zimmer 203, Tel. 02161 258211 sowie 258212, Fax 258279
Weitere Information gibt es auf den Internetseiten der Stadtverwalttung unter der Adresse www.moenchengladbach.de
Für Krach, Gestank und Abgase aus technischen Anlagen gibt es bei der Stadtverwaltung eine neue Beschwerdestelle. Denn zu Jahresbeginn hat die Mönchengladbacher Verwaltung von der Bezirksregierung Düsseldorf eine Aufgabe übertragen bekommen. Sie muss nun überwachen, ob die Bundesimmissionsschutz-Ordnung eingehalten wird. Und damit sind eine Menge von Beobachtungsobjekten auf den Radar der städtischen Verwaltung geraten: 47 größere Anlagen – wie Windräder, Betonwerke und Abfallbehandlungsanlagen – sowie mehr als 23 000 Anlagen vor allem in Betrieben – von Tankstellen, chemischen Reinigungen bis zu Dienstleistungs- und Handelsunternehmen. Die 235 Anlagen fürs Mobilfunknetz gehören ebenso dazu.
Der Aufgabenzuwachs bei der Stadt ist ein Ergebnis der Bemühungen der CDU/-FDP-Landesregierung, die Verwaltungsstrukturen im Lande zu reformieren. Und zwar vor allem bei den zwischen Kommunen und Landesbehörden angesiedelten Bezirksregierungen. Mit der Aufgabe sind auch drei Stellen aus der Bezirksregierung Düsseldorf nach Mönchengladbach gewandert, von denen zweieinhalb bislang besetzt sind. Obwohl das Land dafür Pauschalbeträge zahlt, ist Mönchengladbachs Kämmerer Kuckels nicht ganz zufrieden. „Das Land will nur die Summe an die Kommunen verteilen, die bislang für die Aufgabe ausgegeben werden. Wir Kommunen finden hingegen, dass unsere tatsächlichen Kosten übernommen werden müssen.“
Wenig zu tun hat der städtische Fachbereich Umwelt mit dem neuen Job offenbar nicht. Obwohl die neue Behördenadresse noch nicht sonderlich bekannt ist, hatte die nun städtische Untere Immissionsschutzbehörde bereits 59 Beschwerden zu bearbeiten. 80 Meter Akten haben die Mönchengladbacher aus Düsseldorf bekommen, und die wollen gesichtet sein. Obendrein sind bereits etliche Stunden an Fortbildungen für den neuen Job nötig gewesen.
„Schneller und effektiver“
Für Beschwerde führende Bürger und für die Betreiber von Anlagen, die unter die Immissionsschutzordnung fallen, soll es jetzt allerdings einfacher werden. Denn mit Errichtung, Betrieb oder Erweiterung einer Anlage hängen oft auch Bau-Fragen zusammen. Dass das dafür zuständige Bauordnungsamt auch bei der Stadtverwaltung sitzt, könnten diese Behörden nun Hand in Hand arbeiten, sagt Annette Kerkes-Grade, Leiterin des nunmehr auf 60 Mitarbeiter angewachsenen Fachbereichs Umwelt: „Da lässt sich vieles effektiver und schneller erledigen.“
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