Mönchengladbach: Stadt spart 4,8 Millionen Euro
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 23.12.2009Mönchengladbach (RPO). Mönchengladbach muss die 32,2 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket so einsetzen, dass die Stadt langfristig Geld spart. Wenn sie etwa in einer Schule neue Fenster einbauen lässt, sinken Energiekosten. Rund fünf Millionen stehen in der Bilanz – allerdings gestreckt auf zehn Jahre.
Die Stadt steht vor einem Schuldenberg von rund 1,2 Milliarden Euro, der in den nächsten Jahren stetig wächst. Deshalb gilt in Mönchengladbach seit vielen Jahren das Nothaushaltsrecht. Da war der Geldsegen durch das Konjunkturpaket hochwillkommen. 32,2 Millionen Euro gingen auf das Stadtkonto. Aber es gab eine Auflage: Das Geld darf nur für Projekte ausgegeben werden, die eine positive Wirkung haben. Unter anderem die, dass Mönchengladbach in Zukunft Geld sparen kann. Inzwischen steht eine Zahl in der städtischen Bilanz, die diese Ersparnis dokumentiert: Um insgesamt 4,82 Millionen Euro wird der Etat entlastet – allerdings auf zehn Jahre gestreckt und bezogen auf eine Gesamtinvestition von 17,3 Millionen Euro.
Die Rechnung Es ist eine komplizierte Modellrechnung, die Stadtkämmerer Bernd Kuckels und Kämmerei-Leiter Siegfried Acker dabei aufmachen. Denn bei den Maßnahmen für sieben Familienzentren, zwei Berufskollegs, für die Theater-Maschinerie und beim Flüsterasphalt muss auch ein städtischer Eigenanteil von 12,5 Prozent zugrunde gelegt werden. Dadurch, dass sieben bisherige Kindergärten mit Konjunkturgeld als Familienzentren hergerichtet werden, muss die Stadt diese Kosten nicht selbst übernehmen und spart außerdem Geld ein, das weniger ausgegeben werden muss, weil Kinder betreut werden müssen oder auffällig werden. Bei den Berufskollegs Maria Lenssen und Platz der Republik werden unter anderem neue Fenster eingebaut und die Gebäude gedämmt: Deshalb muss die Stadt über viele Jahre weniger Betriebskosten einkalkulieren. Und bei den Straßen, bei denen der so genannte Flüsterasphalt aufgetragen wird, wurden diejenigen ausgesucht, deren Zustand besonders schlecht ist und die saniert werden müssen.
Der Ausfall Besonders rentierlich wäre es außerdem gewesen, die Straßenlampen und die Ampelanlagen mit Energiesparlampen und mit LED-Technik auszustatten. Es existiert eine Modellrechnung, nach der bei einem Einsatz von 2,5 Millionen Euro in den nächsten zehn Jahren rund 730 000 Euro eingespart werden können. Der Haken: Das Konjunkturgeld darf nicht für derartige Projekte ausgegeben werden. "Wir werden dies im Investitionshaushalt unterbringen, denn diese Einsparung ist beträchtlich", sagt Kämmerer Bernd Kuckels.
Die Investitionen Von den 32,2 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket werden 21,3 für Bauprojekte im Bildungsbereich, 10,9 für Infrastruktur-Maßnahmen ausgegeben. Rund 1,6 Millionen Euro aus dem Paket gehen in die Familienzentren, rund 13,3 Millionen Euro sind für die Sanierung der beiden Berufskollegs Maria Lenssen und Platz der Republik vorgesehen. Bei den zwölf Straßen, die den Flüsterasphalt erhalten, laufen derzeit die Ausschreibungen. Die Projekte sollen im Frühjahr nächsten Jahres realisiert werden.
Firmen vor Ort "Mehr als die Hälfte aller Aufträge sind an Firmen vor Ort vergeben worden", stellt Oberbürgermeister Norbert Bude heraus. Dies trifft auch auf Planungs-, Architektur- und Ingenieurleistungen. Vor allem die beiden Berufskollegs und die Umwandlung der Kindertagesstätten in Familienzentren seien in "Gladbacher Hand". Ein hiesiges Ingenieurbüro begleitetet die Straßenbauarbeiten.
Umsetzung OB Bude sieht die Stadt voll im Zeitplan: "Wir arbeiten mit Hochdruck an der Umsetzung. Ein Großteil der Maßnahmen muss allerdings sorgfältig und umfangreich vorbereitet werden. Deshalb werden wir bei einer Vielzahl der Projekte im nächsten Jahr auf die Baustelle gehen." Und er ist überzeugt davon, dass vor allem das Handwerk das Engagement der Stadt gutheißt. Bude beruft sich dabei auf den Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Stefan Bresser, der den engen und guten Kontakt der Kreishandwerkerschaft zur Verwaltung betont habe.
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