Mönchengladbach: Stararchitekt soll Stadt planen
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 04.12.2008Mönchengladbach (RPO). Duisburg und Köln werden mit Hilfe von Topkräften und einem Masterplan ihre Städte über Jahrzehnte systematisch umbauen. Das wünschen sich Architektenschaft und Wirtschaft für Gladbach. Es gibt hohe Hürden.
Masterpläne
Duisburg hat zunächst den Innenhafen erfolgreich umgestaltet. Jetzt ist der Rest der City dran.
Köln hat seine Pläne am vergangenen Wochenende vorgestellt.
Gladbach hat ein Konzept mit dem Titel 2030. Ein verbindlicher Masterplan ist dies aber nicht.
Einkaufsgalerie in der Innenstadt, City-Ost, Rheydter Innenstadtkonzept – Pläne für die Stadt gibt es wahrlich genug. Doch die große Leitlinie, an der sich alle Einzelmaßnahmen ausrichten, fehlt. Und das seit Jahrzehnten. Was man der Stadt auch ansieht. Duisburg und Köln, aber auch deutlich kleinere Städte wie Heilbronn, arbeiten dazu mit Masterplänen. Diese legen fest, wie die Städte Schritt für Schritt ihr Gesicht weiterentwickeln. Jede einzelne Baumaßnahme wird darauf überprüft, ob sie zum im Masterplan Verabredeten passt. IHK-Vizepräsident Norbert Bienen hält einen solchen Plan für Gladbach für besonders wichtig. „Wenn wir nicht selbst entscheiden, wie sich die Stadt entwickelt, tun es am Ende andere: nämlich die Investoren“, so Bienen.
Drei sind vorgeschlagen
Besonders laut trommelt die Mönchengladbacher Architektenschaft für einen Masterplan. „Die Herausforderungen der kommenden Jahre erfordern ein neues Maß an Diskussions- und Planungskultur“, sagt der Vorsitzende Stephan Brings. Dabei haben die Architekten keine Angst vor großen Namen. In Duisburg (Lord Norman Foster) und Köln (Albert Speer) entwickeln Stararchitekten die Masterpläne. Das soll nach den Vorstellungen der Architektenschaft auch in Mönchengladbach so sein. „Wir brauchen eine unangreifbare und charismatische Persönlichkeit“, so Brings. Die Architektenschaft schlägt unter anderen vor: Daniel Libeskind (baut das World Trade Center in New York neu), Richard Rogers (Millenium Dome London) und Meinhard von Gerkan (Hafencity Hamburg). Der scheidende Planungsdezernent Helmut Hormes hält viel von Masterplänen – so denn zwei Bedingungen eingehalten werden. „Die Politik muss den Plan als Richtschnur akzeptieren. Und der Planer muss finanzierbar sein.“ Beides ist allerdings fraglich. In den vergangenen Jahren hat die Politik großen Wert darauf gelegt, das letzte Wort in Sachen Stadtplanung zu haben – immer wieder auch gegen den ausdrücklichen Rat der Experten.
Duisburg hat offenbar rund 700 000 Euro eingesammelt, um Norman Foster für seine Arbeit zu bezahlen. Da die klamme Stadt dies nicht hätte leisten können, sprang die Privatwirtschaft ein. Großunternehmen, die dies in ähnlicher Weise stemmen können, gibt es in Gladbach nicht. Und Norbert Bienen stellt klar: „Das würde den Initiativkreis überfordern und passt auch nicht zu unserem Anspruch.“
Die Architektenschaft will sich davon nicht schrecken lassen. Sie will das Projekt Masterplan in fünf Schritten vorantreiben. Ganz oben stehen: Gespräche mit der Politik und Suche nach Fördergeldern.
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