Mönchengladbach: Stau in Schwarz-Rot-Gold
zuletzt aktualisiert: 16.10.2008Mönchengladbach (RPO). Nicht nur die deutsche Nationalmannschaft brauchte viel Geduld bei ihrem 1:0-Sieg im Borussia-Park. Auch die Fans mussten warten – bis sie überhaupt ins Stadion kamen. Gladbach versank zeitweilig in einem Verkehrschaos.
Borussia-Präsident Rolf Königs, dem man die Belastung dieser Wochen ansieht, hatte endlich mal wieder Grund zum Strahlen. Sein Duz-Freund Theo Zwanziger, Präsident des Deutschen Fußballbundes, gestand Königs, sich mal wieder rundherum wohl im Borussia-Park zu fühlen. „Für ihn ist das hier schon ein Zuhause“, so Königs.
Zwanziger lobte die perfekte Organisation. Ob der DFB bei der Nachbetrachtung des gestrigen Länderspiels allerdings auch mit den Verhältnissen auf den Straßen rund um den Borussia-Park zufrieden sein wird, darf stark bezweifelt werden. Denn beim Anpfiff um 20.46 Uhr waren Tausende von Plätzen im Stadionrund leer. Die Fans steckten noch im Stau – und wurden teilweise stinksauer.
Zwei Unfälle
Gründe für hohes Verkehrsaufkommen gab es zwar viele. Zum Beispiel zwei Unfälle auf der Gladbacher Straße. Da viele Zuschauer von weit her anreisten, irrten etliche ortsunkundig von Parkplatz zu Parkplatz. Doch brach nun – nach dem Derby gegen Köln – schon zum zweiten Mal vor einem Spiel der Verkehr komplett zusammen. Grund genug für die Verantwortlichen, die Situation sorgsam zu analysieren.
Nicht nur Theo Zwanziger war auf Heimatbesuch. Auch die Ex-Borussen Günter Netzer und Marcell Jansen, der das Spiel mit seinem Berater Gerd vom Bruch und Marko Marin schaute, fühlten sich sichtlich wohl in ihrer alten Heimat. Meist diskutiertes Thema auf den Rängen – nach dem Verkehr: die Trainerfrage bei Borussia.
Einen der besten Plätze zum Zuschauen hatte aber zweifellos Maurice Pluntke. Der 14-jährige Gladbacher war gestern Balljunge, und zwar direkt zwischen den beiden Trainerbänken. Was ihm einen besonders guten Platz einbrachte: Er konnte alles, was Joachim Löw seinen Jungs zurief, mithören. Darauf konnte er sich gut konzentrieren, weil er nicht ein einziges Mal den Ball werfen musste.
Detlef Bosbach (43) hatte im letzten Moment zwei Karten gewonnen. Oder besser gesagt: Seine Frau Ute. „Sie meinte aber, dass mein Sohn Julian und ich hingehen sollten“, sagte er. Das Spiel verfolgten sie von der Gegentribüne aus. Er staunte: „Die Atmosphäre ist etwas Besonderes, viel begeisterter als bei Bundesliga-Spielen.“
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