Mönchengladbach: Steffi Jones trainiert den SV Lürrip
zuletzt aktualisiert: 10.05.2011 - 17:12Steffi Jones besuchte am Dienstag den SV Lürrip. Nicht nur, um fü die Frauenfußball-WM zu werben, sondern auch, um die Spielerinnen zu trainieren.
Als plötzlich ein Hubschrauber über die Bezirkssportanlage Weiersweg flog, witzelte mancher Beobachter, Steffi Jones würde wohl jetzt wieder abgeholt werden. Schließlich war Franz Beckenbauer vor fünf Jahren bei der Fußball-Weltmeisterschaft der Männer auch ständig mit dem Helikopter unterwegs gewesen.
Doch die Präsidentin des Organisationskomitees der Frauenfußball-WM 2011 in Deutschland besuchte die Frauen-Mannschaft des SV Lürrip nicht, um speziell für die WM zu werben. Vielmehr gab sich die 38-Jährige, als ob sie das Team trainieren oder selbst noch mitspielen würde.
„Wir waren vorher schon ein wenig nervös. Doch sie hat uns gleich zur Begrüßung das Du angeboten, so war die Stimmung genauso locker wie bei jedem anderen Training“, sagte Lürrips Spielführerin Jenny Zimmermann nach dem 90-minütigen Training.
Gewonnen hatte der Landesligist den Besuch der Weltmeisterin und dreimaligen Europameisterin beim Fotowettbewerb einer Zeitschrift. „Nachdem mich meine Frau Ruth auf die Aktion aufmerksam gemacht hatte, habe ich unser Mannschaftsfoto mit der Werbung für die Aktion „Ein Herz für Kinder“ eingesandt. Das hat die Jury wohl überzeugt“, sagte Teammanager Volker Wendt, der mit Andreas Zimmermann den besonderen Nachmittag mit der 111-fachen Nationalspielerin organisierte. „So haben wir heute auch eine hundertprozentige Trainingsbeteiligung“, sagte Lürrips sportlicher Leiter.
Nach einem kurzen Kennenlernen ging Steffi Jones mit der Mannschaft auf den Trainingsplatz. „Das war für uns alle eine klasse Erfahrung. Sie hat tolle Übungen gemacht, und die Mädels haben richtig mitgezogen“, sagte Trainer Stefan Siebrasse, der an seinem Geburtstag der Weltmeisterin assitieren durfte.
Für zwei Stunden war die Ex-Nationalspielerin ein echtes Teammitglied, das den Lürriperinnen bei der abschließenden Fragerunde im Klubhaus ein Lob aussprach. „Mir hat es richtig Spaß gemacht, ihr wart sehr aufmerksam“, sagte Steffi Jones, bevor sie dem SV Lürrip ein kleines Nationalmannschafts-Trikot schenkte und den Spielerinnen noch Rede und Antwort stand.
„Wir wussten zwar, wer sie ist, doch viele von uns haben sie gar nicht mehr spielen sehen“, sagte Jenny Zimmermann, die zudem zugab: „Unsere Vorbilder kommen eher aus dem Männerfußball.“
Entsprechend hörte sich auch Steffi Jones’ einziger Tadel an: „Ich hoffe, dass ihr bis zur WM noch einige deutsche Spielerinnen mehr kennt.“ Dann gab sie noch Autogramme und fuhr fort – ganz ohne Hubschrauber.
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