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Mönchengladbach: Streiken bald Müllwerker?

VON ANDREAS GRUHN - zuletzt aktualisiert: 05.02.2010

Mönchengladbach (RPO). Mehr als 1000 Streikende demonstrierten gestern auf dem Alten Markt. In der Stadt fuhr kein Bus, die Polizei registrierte höheres Verkehrsaufkommen, Schulen meldeten Verspätungen. Glücklich waren die Taxifahrer.

Fünf Prozent mehr Lohn fordern die Angestellten im öffentlichen Dienst. Die Gewerkschaft Verdi hatte gestern zu einer zentralen Kundgebung auf den Alten Markt geladen, rund 1000 Streikende folgten dem Aufruf.  Foto: RPO
Fünf Prozent mehr Lohn fordern die Angestellten im öffentlichen Dienst. Die Gewerkschaft Verdi hatte gestern zu einer zentralen Kundgebung auf den Alten Markt geladen, rund 1000 Streikende folgten dem Aufruf. Foto: RPO

Das große Chaos ist ausgeblieben: Während sich gestern Morgen auf dem Alten Markt mehr als 1000 Streikende vom Niederrhein zu einer zentralen Kundgebung trafen, fuhr in der Stadt kein einziger Bus. Doch Pendler und Schüler wussten sich anders zu helfen. Es blieb bei wenigen Verspätungen in den Schulen und an den Arbeitsplätzen. An kaum einer Schule fehlten Schüler im Unterricht. Zu Unterrichtsausfällen kam es nicht. An der katholischen Hauptschule Stadtmitte meldeten sich 30 Schüler vom Unterricht ab, die Gesamtschule Hardt registrierte einige Klassen mit leeren Stühlen. "Ich hätte mit größeren Problemen gerechnet", sagte Wilhelm Oberdörster, Leiter der Marienschule.

Info

Wo gestreikt wurde

NVV (Busfahrer und Schimmbäder), Abteilungen der Stadtverwaltung, Agentur für Arbeit, Rheinische Landesklinik, Sozial Holding.

Kundgebung Zum Alten Markt kamen Streikende aus Krefeld, Neuss, Grevenbroich, Korschenbroich, Meerbusch, Willich, Moers, Viersen, Erkelenz.

Verhandlungen Gewerkschaftsvertreter und Arbeitgeber verhandeln am 10. und 11. Februar.

"Entscheidung verdient Respekt"

Viele Eltern bildeten Fahrgemeinschaften oder nahmen sich frei. "Ich musste Termine absagen, um meine Kinder zu Fuß rechtzeitig zur Schule zu bringen und abzuholen", sagte die allein erziehende Mutter Eva Dworlik auf dem Weg zur Grundschule Pahlkestraße. "Die Entscheidung der Busfahrer verdient Respekt."

In elf städtischen Kindertagesstätten wurden Behelfsgruppen eingerichtet. Nur wenige Eltern brachten ihre Kinder zur Betreuung. Nach Angaben von Stadtsprecher Dirk Rütten wurden aus den städtischen Ämtern sonst keine Einschränkungen gemeldet. Die Polizei registrierte in der Stadt ein erhöhtes Verkehrsaufkommen, aber keine Unfälle. Bei der NVV gingen wenige Nachfragen und Beschwerden ein. Allerdings wurde die Notruf-Nummer der Polizei häufig angerufen. Bürger wollten sich dort erkundigen, ob die Busse heute wieder nach Fahrplan fahren.

Die Angestellten im öffentlichen Dienst fordern fünf Prozent mehr Lohn. Sollte es nicht zu einer Einigung mit den Arbeitgebern kommen, droht die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi mit weiteren Warnstreiks. "Wir haben die Müllabfuhr in Mönchengladbach noch nicht einbezogen", sagte Stephanie Peifer, stellvertretende Geschäftsführerin des Verdi-Bezirks Linker Niederrhein. "Ich muss überall sparen. Unsere Forderung ist mehr als berechtigt", sagte Busfahrer Hans Josten, der seit elf Jahren für Westbus im Auftrag der NVV fährt. Außer den Busfahrern beteiligten sich aus Mönchengladbach Mitarbeiter der Fachbereiche für Grünflächen und Tiefbau sowie Schulhausmeister, bestätigte Roswitha Mirbach, Personalratsvorsitzende der Stadtverwaltung.

Die Gewinner des Tages waren die Taxifahrer. Im Minutentakt stiegen am Hauptbahnhof die Fahrgäste ein. Vor allem Studenten der Hochschule Niederrhein griffen auf Taxis zurück. Taxifahrer Harald Taxweiler (50) war glücklich: "Das ist wie an Silvester."

Quelle: RP

 
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