Mönchengladbach: Streit um neues Logo für Ost
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 29.01.2010 - 17:28Mönchengladbach (RPO). Bezirksvorsteher Hermann-Josef Krichel-Mäurer (SPD) will mit einem Logo seinem großen Stadtbezirk
Identität geben. Das ist bei Politik und Bevölkerung umstritten. Offiziell verwenden darf er das Signet sowieso nicht.Für Giesenkirchen, Neuwerk und Volksgarten die seit kurzem den neuen Stadtbezirk Ost bilden wird es kein neues Wappen geben. Warum das so ist, kann Annegret Bechinger, als Büroleiterin von Oberbürgermeister Norbert Bude sozusagen die Wappenbeauftragte der Stadt, in einem Satz erklären: „Es gibt in Mönchengladbach nur ein einziges gültiges Stadtwappen.” Das ist jenes, das 1975 nach der kommunalen Gebietsreform eingeführt wurde.
Das bedeutet zweierlei. Erstens: Alle jene in früheren Jahren selbstständigen Gemeinden und Städte, die noch historische Wappen haben, dürfen diese zwar zum Beispiel bei historischen Anlässen wie Jubiläen pflegen. Offiziellen Charakter haben sie aber nicht. Auf jedem Schreiben, das ein Bezirksvorsteher schickt, prangt etwa einzig und allein das Stadtwappen.
Zweitens: Ein weiteres Wappen wird es in der Stadt nicht geben. „Theoretisch kann die Bezirksregierung eines genehmigen”, weiß Rechtsdezernent Dr. Michael Schmitz. Doch da ist der Rat vor und der Gedanke der einheitlichen Stadt. „Wir sind eine Stadt und haben daher auch nur ein gültiges Wappen”, erklärt Annegret Bechinger.
Gleichwohl hat Krichel-Mäurer die 60 000 Bürger des Bezirks aufgerufen, ein Logo zu schaffen. „Es soll zum Beispiel bei Geschenken verwendet werden, so wie es jetzt in Neuwerk schon das Kloster oder in Giesenkirchen das Rathaus als Symbol gibt”, erklärt Krichel-Mäurer.
Diesen Ansatz hält der Landtagsabgeordnete Norbert Post für falsch. Denn wenn beispielsweise Vereine geehrt würden, hätten diese sich ausschließlich in einem Stadtteil verdient gemacht, nicht aber im ganzen Bezirk. Und er gibt noch etwas zu bedenken: „Identität stiften mit einem Logo? Das kommt mir ziemlich altbacken vor. So etwas hat man vielleicht vor 30 Jahren versucht.”
Für Erich Oberem, Fraktionsvorsitzende der FWG, ist die Idee von Krichel-Mäurer Folge eines grundsätzlichen Missverständnisses. Die Reduzierung der Stadtbezirke von ehemals zehn auf jetzt vier sei ein rein verwaltungstechnischer Akt. „Es ging nie darum, dass sich ein Bürger nun nicht mehr als Neuwerker fühlen soll, sondern als Ostler”, so Oberem. Entsprechend brauche nun auch niemand zu versuchen, eine neue Identität zu stiften. „Wir sind eine Stadt Mönchengladbach und haben damals zu Recht viel Geld dafür ausgegeben, dafür Identifikationsmerkmale zu schaffen”, so Oberem weiter.
Norbert Post erinnert an einen weiteren Aspekt. Vor ein paar Monaten habe Krichel-Mäurer noch gegen den neuen Bezirk geklagt. „Jetzt ist er urplötzlich ein so großer Fan des Gebildes, das er Identität stiften will”, so Post. Auch beim Neujahrsempfang, bei dem Krichel-Mäurer seine Idee vorstellte, gab es viel Ablehnung.
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