Mönchengladbach: Streitthemen im Rat
VON CAROLA SIEDENTOP - zuletzt aktualisiert: 25.09.2008Mönchengladbach (RPO). Applaus, aber auch empörende Rufe von der Zuschauertribüne im Rheydter Rathaus begleiteten gestern einige Entscheidungen des Stadtrates: Bei den Streitthemen Pahlkebad, Café Pflaster sowie Einkaufszentrum für die Gladbacher City gab es zahlreiche Kommentare. Auch die Fraktionen selbst diskutierten nochmals, bevor es zur Abstimmung kam.
Café Pflaster Anwohner der Brucknerallee kamen aus Prostest gegen die neue Hilfseinrichtung für Suchtkranke mit Tiermasken in den Rat, die die Parteien darstellen sollten. „Die CDU haben wir als Pferd dargestellt, weil sie sich hat vor den Karren spannen lassen, die SPD als Kuh, weil sie eine Massenfunktion hat“, erklärte Alexander Bach. Seine Kinder besuchen die Schulen in der Nachbarschaft des Cafés. Mit einem Plakat zeigten sie, was sie von der Entscheidung des Rates für den Standort halten: „Das entspricht nicht dem Willen des Bürgers.“
City Gladbach Nachdem der Plan, dass ECE das Einkaufszentrum baut, an rechtlichen Vorgaben gescheitert ist, geht nun die europaweite Ausschreibung los – und erneut eine Diskussion über die Größe des Zentrums und eine mögliche Gefährdung des bestehenden Einzelhandels. Während Karl Sasserath von den Grünen bereits erste Kündigungen von Geschäftsleuten auf der Bismarckstraße befürchtet, sieht Lothar Beine von der SPD durchaus den Wunsch der Einzelhändler nach einem derartigen Akzent der Innenstadt. „Andere Städte machen es uns doch vor. Da dürfen wir nicht zusehen und verharren“, argumentierte Rolf Besten (CDU). Mit den Gegenstimmen von Grünen, FWG und LiLo beschloss der Rat, die Ausschreibung für das Projekt zu starten.
Pahlkebad Auch gestern bekamen sich die Befürworter eines Neubaus (CDU und FDP) und die Verfechter der Sanierung (SPD, Grüne) nochmal in die Haare: Während die einen der Meinung waren, dass bei einem Neubau schon längst wieder Schwimmer im Pahlkebad wären, wiesen die Gegner darauf hin, dass der Neubau die teuerste aller Lösungen gewesen wäre. Zustimmung zur Sanierung gab es trotzdem parteienübergreifend. Denn für das Denkmal Pahlkebad blieb nur diese Lösung. Dafür gab’s Applaus von den Zuschauern.
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