Mönchengladbach: Stromfresser Weihnachtsdekoration
VON PHILIPP COENEN - zuletzt aktualisiert: 23.12.2008Mönchengladbach (RPO). Jahr für Jahr rüsten die Gladbacher ihre Vorgärten und Häuser mit Lichterketten und leuchtenden Figuren auf. Doch der funkelnde Christschmuck hat’s in sich und beschert dicke Stromrechnungen. Experten raten, auf Leuchtdioden umzusteigen.
Mal kitischig, mal schick, blinken und leuchten Lichterketten und Sterne dieser Tage in den Fenstern, Nikoläuse klettern mit ihren Schlitten an Dachfirsten hoch. Richtig schön? Ja. Richtig teuer? Das auch. Denn die Weihnachtsdekorationen sind echte Stromfresser.
So verbraucht ein Lichterschlauch mit einer Länge von zehn Metern zwischen dem ersten Advent und dem 6. Januar im Dauerbetrieb so viel wie ein 300 Liter Kühlschrank im ganzen Jahr (130 Kilowattstunden). Oder anders: Mit dieser Strommenge könnte an 130 Tagen für vier Personen ein opulentes Mittagessen gekocht werden. Eine Lichterkette mit 35 Lämpchen verbraucht übrigens so viel Strom wie 450 gebügelte Hemden oder 2100 gekochte Tassen Kaffee. Eine ganze Menge.
Nur im Dunkeln leuchten
Das weiß auch Ursula Winbeck von der Verbraucherzentrale. Am Ende der Festtage fällt die Stromrechnung weniger erfreulich aus: bis zu 85 Euro extra. Was tun? Etwa die Lichterketten ausknipsen? Ganz so weit muss man nicht gehen, meint Ursula Winbeck. Ihr Tipp: „Die Beleuchtung erst anmachen, wenn es dunkel wird, und sie vorm Schlafengehen wieder ausschalten. Da spart man schon eine Menge Geld.“
Geld sparen, das kann man auch, wenn man auf Leuchtdioden (LED) umsteigt. „Zwar sind sie zwischen 50 und 70 Prozent teurer, aber sie verbrauchen deutlich weniger Strom“, so der Elektriker Andreas Claßen. Zwischen 25 und 40 Euro kosten die Leuchtdioden, kommen mit 2,5 Watt pro Meter aus. Sieben Watt hingegen braucht allein nur eine einzige Glühbirne an einer Lichterkette. Wer dennoch nicht so viel Geld für den bunten Lichterkult zur Weihnachtszeit ausgeben will, „der sollte zumindest darauf achten, dass die Ketten auf ihre Sicherheit geprüft worden sind“, sagt Andreas Claßen. Gerade die asiatischen Billig-Produkte weisen erhebliche Mängel auf, erzählt der Elektriker. So können sich bei einer kaputten Birne die restlichen Lichter bis auf 200 Grad Celsius erhitzen. „Eine riesen Brandgefahr“, so der Experte.
Deshalb rät der Fachmann, die Ketten vor dem Kauf auf ihre Qualität zu prüfen. „Das Kabel sollte gut isoliert sein und vor allem muss man sicher gehen, dass die Lichter auch für den Außenbereich geeignet sind.“ Deshalb immer auf die Zeichen „GS“ (geprüfte Sicherheit) oder „VDE“ (Verband Deutscher Elektriker) achten – das TÜV-Siegel für den leuchtenden Schmuck. Sparen hin oder her, den Spaß verderben will niemand den Illuminatoren. Doch sie sollten gewissenhaft mit der Energie umgehen.
Denn derzeit entspricht der deutsche Stromverbrauch über die Weihnachtstage dem CO2-Ausstoß eines Autos, das vier Mal die Welt umrundet.
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