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Mönchengladbach/Krefeld: Studenten gründen Bildungsrepublik

VON GARNET MANECKE - zuletzt aktualisiert: 24.11.2009 - 17:43

Mönchengladbach/Krefeld (RPO). Seit 9. November, 9 Uhr, ist der Hörsaal V01 im Fachbereich Sozialwesen der Hochschule Niederrhein von den Studenten besetzt. Die bunt gestreiften Wände sind mit Bildern und Spruchbanner bespannt. Während in Münster, Köln, Bielefeld und anderen Städten die besetzten Hörsäle polizeilich geräumt wurden, haben sich die Gladbacher Studenten häuslich eingerichtet und eine Wohngemeinschaft gegründet.

Zwischen Kühlschrank, Stehlampe und Sofa stehen die Professoren und halten ihre Vorlesungen. Aber die Wohnung ist letztendlich zu klein, jetzt gehen die Studenten einen Schritt weiter und gründen die „Bildungsrepublik Niederrhein”.

„Wir erklären das besetzte Areal für annektiert und zum Staatsgebiet der von uns gegründeten Bildungsrepublik Niederrhein”, ist in einem Schreiben zu lesen, das derzeit in der Hochschule kursiert. Eine Unabhängigkeitserklärung und eine eigene Verfassung werden angekündigt. Unterzeichnet ist das Schreiben mit „Die Bildungsbüger/-Innen der Bildungsrepublik Niederrhein”.

„Das ist durchaus ernst gemeint”, betont Hilmar Schulz, Sprecher der protestierenden Studenten. Das Schreiben wurde auch an Bundeskanzlerin Angela Merkel verschickt. Sorgen macht sich Schulz um die Gerüchte, dass auch der Hörsaal in Mönchengladbach geräumt werden soll. „Unter der Hand wird so etwas gemunkelt, aber wir haben noch keine offizielle Androhung”, sagt Schulz.

Die werde es wohl auch nicht geben, sagt Rudolf Haupt, Sprecher der Hochschule Niederrhein. „Da die Vorlesungen weiter stattfinden, gibt es für uns ja auch kein Problem”, betont Haupt. „Die Toleranz bei den Professoren ist sehr groß.”

Die Aktionen der Studenten gehen weiter. Am Dienstag schwebten überdimensionale 500-Euro-Scheine aus den Fenstern des Fachbereichs Textil. Die Bildung wurde vor dem Hörsaal aufgebahrt. Um den Sarg brennen Kerzen. Am Donnerstag um 12 Uhr werden die Studenten die Bildung dann endgültig zu Grabe tragen. Dei Grabrede hält Hilmar Schulz.

Quelle: RP

 
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