Mönchengladbach: Sturm fegt Dächer weg
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 01.03.2010Mönchengladbach (RPO). Das Orkantief Xynthia sorgte am Sonntag für einen Dauereinsatz von Polizei und Feuerwehr. Dächer wurden abgedeckt, Bäume entwurzelt, Straßen mussten gesperrt werden, und in Teilen der Stadt fiel der Strom aus.
Xynthia wütete kaum eine Stunde, da waren bei der Feuerwehr bereits mehr als 100 Notrufe eingegangen. "Alle sind im Einsatz – die Berufsfeuerwehr und auch alle freiwilligen Kräfte", hieß es am Sonntag schon am frühen Nachmittag aus der Einsatzleitstelle. Orkanböen mit einer Geschwindigkeit von mehr als 100 Stundenkilometern deckten Dächer komplett ab.
Bäume wurden entwurzelt oder wie Streichhölzer abgeknickt. Dachziegel, Baustellenabsperrungen, Blumenkübel, Verkehrsschilder, Plakatwände – der Sturm riss alles mit, was nicht niet- und nagelfest war.
Teile des Stadtgebietes waren zeitweise komplett von der Stromversorgung abgetrennt. Besonders betroffen waren Genhülsen, Günhoven und Dahlener Heide. Weil ein Baum in einen Mittelspannungsleitung gestürzt war, fiel dort der Strom von 15.30 bis 19.15 Uhr aus. Auch in Neuwerk und Liedberg kam es zu Problemen. "Alle unsere Störtrupps sind noch draußen, um Schäden zu beheben, sagte NVV-Sprecher Helmut Marmann gestern Abend um 20 Uhr.
Alleine die Polizei rückte zwischen 13 und 20 Uhr 299-mal aus. Die ganz große Katastrophe habe es nicht gegeben, aber zusammengenommen habe der Sturm einen Riesenschaden verursacht, hieß es am Abend aus der Leitstelle. Über den genauen Umfang könne man aber noch nichts sagen. Dafür seien es einfach zu viele Einsätze gewesen.
Wegen umgestürzter Bäume mussten zahlreiche Straßen gesperrt werden, darunter unter anderem die Neusser und die Korschenbroicher Straße. An der Korschenbroicher Straße waren gleich drei Bäume auf die Fahrbahn gefallen und hatten dabei mehrere Autos beschädigt. Verletzt wurde niemand. In Rheindahlen am Südwall wurde das komplette Flachdach eines Mehrfamilienhauses abgedeckt.
Auch im Rhein-Kreis Neuss richtete der Sturm großen Schaden an. Zwischen 13 und 17 Uhr zählte die Polizei 110 Einsätze. Auch dort das gleiche Bild wie in Mönchengladbach: umgestürzte Bäume, herabgefallene Gebäudeteile, Straßensperrungen. Eine Bilanz, so hieß es gestern aus der Einsatzleitstelle, könne erst heute gezogen werden.
Pausenlos waren auch die Autobahnpolizisten im Einsatz. Reihenweise stürzten Bäume auf die Fahrbahnen. Herumfliegende Teile wie Plastikplanen oder Schilder wurden zu gefährlichen Hindernissen. Das Autobahnkreuz Jackerath musste zeitweise komplett gesperrt werden, weil eine Orkanböe ein zweimal vier Meter großes Hinweisschild aus der Verankerung gerissen hatte.
Da die Gefahr groß war, dass es sich komplett löst und auf die Fahrbahn weht, musste es abmontiert und wegen der Größe für den Abtransport am Seitenstreifen zertrennt werden. Dabei erfasste ein aufgewirbeltes Einzelteil einen Autobahnpolizisten, der leicht verletzt wurde.
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