Mönchengladbach: Super-Jazz: 900 feierten
VON GARNET MANECKE - zuletzt aktualisiert: 29.10.2007Mönchengladbach (RPO). Die Szene feierte den 50. Geburtstag eine ganze Nacht. Es gab einen munteren Stil-Mix. Auch Jazz-Bands der ersten Stunde formierten sich und spielten vor Fans.
Die Füße brauchten ein Pause. Mehr als vier Stunden waren Sigrid Stroot, Ille Ochs und Hilde Borowski bei der „Super-Jazz-Night“ in der Kaiser-Friedrich-Halle unterwegs. Dann machten es sich die drei munteren Damen auf der Treppe im Foyer gemütlich. Bei Bier und Wein lauschten sie der Formation „Old Four plus Two“. Auf drei Bühnen im Foyer, großem Saal und Balkonsaal der Kaiser-Friedrich-Halle feierte am Wochenende die Jazz-Szene den 50. Geburtstag. Das Trio auf der Treppe hat die Geschichte fast komplett begleitet.
„Die Jazz-Night ist einer super Idee. Das sollte es viel öfter geben“, fand Hilde Borowoski. Ihre Freundinnen Sigrid und Ille schlossen sich da an. Den Jazz in all seinen Variationen hat das Trio vor über 40 Jahren für sich entdeckt. „Seit wir aus der Schule heraus sind, gehen wir zu Jazz-Konzerten“, berichtete Sigrid Stroot. Das goldene Jubiläum der Gladbacher Jazz-Szene war für sie ein Wiedersehen mit vielen alten Bekannten.
Buch und CDs
Dokumentation Zum 50. Jahrestag der Jazz-Szene in der Region Mönchengladbach, Korschenbroich und Viersen ist eine Dokumentation erschienen. Hier wird die Entwicklung der Szene beschrieben, an legendäre Jazz-Kneipen wie das „Bügeleisen“ oder die „Zwiebel“ erinnert und die Bands porträtiert.
Kosten Das Buch gibt es inklusive sechs CDs für 50 Euro. Es kann über ludgerdebrouwer@t-online oder telefonisch unter 06131/ 501623 bestellt werden.
Rund sechs Stunden Jazz, für die sich sogar einige der Bands der ersten Stunde wieder vereinigten, genossen rund 900 Jazz-Fans. Für den Abend haben sich einige Formationen der ersten Stunde zusammen gefunden. So trafen sich die Mitglieder der ersten Jazz-Band der Stadt „New Chicago Seven“ in den Probenräumen. Von 1958 bis 1969 mischte die Gruppe die Gladbacher Jazz-Szene auf. Bei der Jazz-Night füllten sie den Großen Saal als „New Revival Chicago Seven“ mit Swing.
Über die Hohenzollernstraße hinweg lockte der Stil-Mix in die Kaiser-Friedrich-Halle. Im Foyer eröffnete die „Eight Wheel Drive Blues Band“ den Abend. Die Töne mischten sich im Treppenhaus mit der Musik der parallel laufenden Konzerte. Die Türen zum Balkonsaal waren von Anfang an dicht belagert. Jazz hält fit, weil die Musik Flexibilität erfordert. Und so war Winfried Faust mit seinen 63 Jahren nicht der einzige Musiker im gesetzten Alter, der nach seinem Auftritt mit der „H2O Jazzband“ eilig Saxophon und Klarinette zusammenpackte und zur nächsten Bühne eilte, um mit den alten Weggefährten der vor 42 Jahren gegründeten „Schautermann Tillies Jazzband“ zu spielen.
Nach einer langen Durststrecke erfreut sich Jazz in Gladbach wieder großer Beliebtheit. Das zeigen die wie Pilze aus dem Boden sprießenden Veranstaltungen. Eine erfreuliche Entwicklung fanden Andreas Frey (69) und Walther Greineisen (70). Mit ihren Frauen Alice und Irmgard haben sie sich im Foyerversammelt. „Vor 20 Jahren gab es hier jedes Jahr so eine Veranstaltung“, erzählte Greineisen. „Dann war lange Zeit tote Hose in der Jazz-Szene“, bedauerte Frey. Er hofft, dass es öfter eine Jazz-Night gibt.
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