Mönchengladbach: Tante JU soll nach Hause kommen
VON ANDREAS GRUHN - zuletzt aktualisiert: 04.09.2010Mönchengladbach (RPO). Die Stadt plant ein vier Millionen Euro teures Großprojekt zu Ehren Hugo Junkers': Eines der letzten acht JU 52-Flugzeuge des Konstrukteurs soll in der Stadt aufgestellt werden. Dazu soll ein repräsentativer Bau entstehen. Möglicher Standort ist der Rheydter Marktplatz.
Mehr als 60 Jahre war die JU 52 in der Welt unterwegs, jetzt soll das Flugzeug mit dem Kennzeichen HB-HOY endgültig nach Hause kommen. An den Geburtsort ihres Konstrukteurs Hugo Junkers. Die Stadt plant, eines der letzten acht verbliebenen Flugzeuge mit dem liebevollen Kosenamen "Tante JU" in der Stadt öffentlichkeitswirksam aufzustellen. Dazu soll ein repräsentativer, millionenschwerer Bau entstehen, der gleichzeitig als Veranstaltungsstätte dienen soll. Dabei soll es sich um "eine identitätsstiftende Landmarke handeln mit nationaler Aufmerksamkeit", erklärt Peter Schlipköter von der Marketinggesellschaft MGMG. "Ich halte das für eine faszinierende Idee", sagt Oberbürgermeister Norbert Bude. Bislang handele es sich allerdings um eine Idee, betonten alle Beteiligten gestern, als das Projekt vorgestellt wurde.
"Marktplatz faszinierend"
Noch ist nicht einmal der Standort genau bestimmt. Zwei bisherige Ideen liegen in Rheydt. Und zwar am Rheydter Marktplatz auf der Grünfläche entlang der Limitenstraße sowie an der Mühlenstraße, Ecke Friedrich-Ebert-Straße. "Ich finde den Markplatz als Standort durchaus faszinierend", sagt Bude. Erste unentgeltliche Vor-Entwürfe stammen aus dem Architektur-Büro Hillekamp und Weber.
Klar erscheint, dass es sich um einen Standort in Rheydt (der Geburtstadt Hugo Junkers') handeln soll. Die Kosten für das Projekt werden mit mehr als vier Millionen Euro kalkuliert. 80 Prozent davon sollen aus der zweiten Förderrunde des Wettbewerbs Erlebnis.NRW im Rahmen des "NRW Ziel2-Programms" kommen. Den Rest stellt die Stadt in Form des Grundstücks und von Eigenmitteln zu Verfügung. Die Stadt hat die Bewerbungsunterlagen für die Förderung bereits eingereicht. Ende Oktober wählt eine Jury die zu fördernden Beiträge aus, und im Dezember beginnt die Antrags- und Bewilligungsphase. "Wir sind optimistisch, dass wir eine reelle Chance haben", sagt Dr. Ulrich Schückhaus, Geschäftsführer der WfMG. Es soll demnach eine neue touristische Attraktion sein inklusive eines hochwertigen, in dieser Form einzigartigen Veranstaltungsortes mit Gastronomie. Man müsse das sehr breit vermarkten, sagt Peter Schlipköter: "Vom Abendempfang bis zur Steuerberater-Schulung." Ein Museum oder eine Ausstellung können nicht gefördert werden.
Bei dem Flugzeug, das nach Mönchengladbach kommen soll, handelt es sich um die Maschine, die dem Verein der Freunde historischer Luftfahrzeuge gehört und in Diensten der JU-Air steht, die Rundflüge in dem historischen Flieger von Mönchengladbach aus startet. Das Flugzeug muss 2012 seinen Dienst einstellen. Der Verein will die Maschine der Stadt als Dauerleihgabe zur Verfügung stellen.
Prominente Unterstützer hat die Stadt: Zum Beispiel Ex-Formel-1-Fahrer Heinz-Harald Frentzen.
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