Mönchengladbach: Tasche in Telefonzelle: Bombenalarm
VON HOLGER HINTZEN - zuletzt aktualisiert: 10.09.2008Mönchengladbach (RPO). Eine herrenlose schwarze Umhängetasche in einer Telefonzelle am Berliner Platz hat gestern Abend einen Bombenentschärfer des Landeskriminalamtes auf den Plan gerufen. Gegen 18.20 Uhr hatte ein Anrufer die Polizei alarmiert und von der verdächtigen Tasche berichtet.
Wenig später riegelten Beamte die Kreuzung Stepgesstraße/Lüpertzender Straße ab. Autos und Busse der Linien SB1, 15 und 17 wurden umgeleitet. Nachdem der Bombenexperte des Kriminalamtes in einem dicken Spezialanzug die Zelle betreten und die Tasche untersucht hatte, gab die Polizei um 20.15 Uhr Entwarnung: keine Bombe. Nach Angaben der Polizei sprachen die Umstände dem ersten Anschein nach allerdings dafür, dass die Tasche wie eine Bombe aussehen sollte.
Angerufen hatte die Polizei ein aufmerksamer Passant: Er habe telefonieren wollen und sich wegen der Tasche nicht getraut, in die Zelle zu gehen. Dieser Anruf löste einen größeren Einsatz aus. Rot-weißes Flatterband riegelte zunächst den unmittelbaren Gefahrenbereich ab. Wenig später weitete die Polizei die Sicherheitszone jedoch bis zur Wilhelmstraße aus. Mitarbeiter der NVV AG hielten per Funk Kontakt mit den Kollegen und sorgten dafür, dass die Busse die kritische Kreuzung nicht mehr ansteuerten. Am Rand der Fliethstraße bezogen ein Drehleiterwagen der Feuerwehr und Begleitfahrzeuge Stellung – vorsichtshalber. Ratlose Gesichter bei vielen Passanten; einige Schaulustige schien der Einsatz jedoch köstlich zu amüsieren.
Gegen 20 Uhr parkte ein roter Polizei-Bus auf der Stepgesstraße schräg gegenüber der Zelle. Auf dem Dach eine Videokamera, die den Einsatz des Kollegen vom Landeskriminalamt filmte. Der betrat um 20.07 Uhr in einem dicken, gepolsterten Anzug die Zelle und nahm sich in der hereinbrechenden Dämmerung des verdächtigen Objekts an. Das lag auf der Ablage neben dem Telefon. Die Tasche verschwand in einer Art Handkarren, den der Experte zu einem auf der Lüpertzender Straße parkenden Polizei-Lkw zog.
Sieben Minuten später war der Spuk vorüber: Entwarnung. Die Tasche enthielt keine Bombe sondern nur Zeitungspapier. Die Polizei ermittelt jetzt weiter.
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