Mönchengladbach: Taschendiebstähle nehmen zu
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 06.12.2008Mönchengladbach (RPO). Die Polizei warnt vor Langfingern. Gerade in der Vorweihnachtszeit, wenn die Menschen mit gut gefüllten Geldbeuteln einkaufen gehen, greifen Taschendiebe gerne zu. In diesem Jahr ist es schon 423-mal geschehen.
Misstrauen erwünscht
Senfklecks Wenn Ihre Kleidung scheinbar unbeabsichtigt beschmutzt wird, könnte das ein Trick von Taschendieben sein. Also, misstrauisch sein.
Gedränge Wenn’s voll wird, sollten Rucksäcke vorne und Wertsachen nicht in Außentaschen getragen werden.
Handtaschen Immer unter den Arm klemmen.
Es kann überall passieren: im Schwimmbad, in Kaufhäusern, im Restaurant. Ein unachtsamer Moment, und das Portemonnaie ist weg. Alle Jahre wieder verzeichnet die Polizei Häufungen von Taschendiebstählen. „Normalerweise verläuft die Fallzahlen-Entwicklung wellenförmig“, sagt Polizeisprecher Jürgen Lützen. „Aber in diesem Jahr haben wir in der Tat einen enormen Anstieg.“
Brustbeutel: nicht chic, aber gut
Bis Ende Oktober griffen Taschendiebe 423-mal zu. Im Vergleichszeitraum des vergangenen Jahres wurden 229 Fälle angezeigt. „Oft können wir die Diebstähle nur zur Kenntnis nehmen. Wenn uns aber eine Häufung in einem bestimmten Bereich gemeldet wird, werden Polizeiteams verstärkt auf Streife geschickt“, sagt Lützen. Das war zum Beispiel im Oktober der Fall, als am Europaplatz und im hinteren Bahnhofsbereich wieder einmal die so genannten Klau-Kids unterwegs waren. Schnell hatte die Polizei vier Jungen und Mädchen im Alter von zehn bis 17 Jahren geschnappt. Aber ihrer Beute hatten sie sich längst erledigt. Die Kinder mussten laufen gelassen werden. Dagegen sitzt ein anderer Taschendieb, der seine Opfer mit Tänzen ablenkte, mittlerweile im Gefängnis.
Auch zurzeit ist die Polizei wieder verstärkt in den Innenstädten unterwegs, um möglichen Tätern auf die Finger zu schauen: Denn in der Vorweihnachtszeit gehen Diebe bevorzugt auf Beutezug. „Die Geldbeutel sind oft gut gefüllt, um Geschenke einzukaufen. Das wissen die Täter“, berichtet der Polizeisprecher.
Willi Schinken vom Kommissariat Vorbeugung rät deshalb eindringlich: Wer sich ins Einkaufsgetümmel wirft, sollte seine Wertgegenstände möglichst nah am Körper tragen. „Der Brustbeutel mag ja vielleicht als unchic gelten, aber es ist auf jeden Fall hilfreich“, sagt der Kriminalhauptkommissar. Am besten wäre es, Gedrängel überhaupt zu meiden. Denn oft nutzen Taschendiebe die Menge, um unbemerkt die Börse aus der Tasche zu ziehen. Ein Schubser auf der Rolltreppe, ein Nachdrücken im Bus sollte jeden in Hab-Acht-Stellung versetzen. Wer einen Dieb bei der Tat beobachtet, sollte „Öffentlichkeit schaffen“, sprich: laut schreien und auf den Taschendieb zeigen. Und: Nicht mehr Wertsachen als notwendig mitnehmen. „Wer auf den Friedhof geht, braucht keine EC-Karte und nur wenig Geld“, sagt Schinken.
Um Taschendiebstähle zu verhindern, werden in der Vorweihnachtszeit Politessen und Mitarbeiter vom Kommunalen Ordnungsdienst Info-Broschüren zum Thema Taschendiebstahl in der Stadt verteilen.
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