Mönchengladbach: Tausende feiern "Eine Stadt"
VON ANDREAS GRUHN - zuletzt aktualisiert: 16.08.2009 - 16:28Mönchengladbach (RPO). Für Mönchengladbach die große Vereinigungssause, für Gäste einfach ein Fest in schickem Ambiente. Beim Eine-Stadt-Fest auf der früheren Stadtgrenze feierten am Wochenende nach Schätzungen bis zu 170.000 Besucher.
Die sechsjährige Leonie hatte am Samstagabend eindeutig den besten Blick auf das Eine-Stadt-Fest. Mehrmals ließ sie sich von einem Kran in einem Korb 20 Meter über den Boden hieven. Und was sie dort sah, waren viele, ganz viele Menschen. Sie roch den Duft von gutem Essen, hörte Coverbands wie Booster und Sunny rocken. „Das sieht toll aus von hier oben”, sagte sie und kletterte noch einmal in den Korb und schaute sich das Spektakel lieber von oben an. Unten war es auch zu voll für ein kleines Mädchen. Denn das Eine-Stadt-Fest auf der Richard-Wagner-Straße/Brucknerallee begeisterte am Wochenende erneut tausende Menschen.
Allein am Freitagabend waren nach Veranstalterangaben etwa 50.000 Leute da. Die Gesamtbesucherzahl aus dem Vorjahr mit 170.000 sei in etwa erreicht worden, sagte Organisator Marco Rothermel. „Damit sind wir sehr zufrieden”, sagte der Organisator, der das Eine-Stadt-Fest in den kommenden Jahren kontinuierlich bis zum Rheydter Markt vergrößern will.
Auf der früheren Stadtgrenze zwischen Gladbach und Rheydt schoben sich die Massen durch eine etwa 2,5 Kilometer lange Vergnügungsmeile mit feiner Gastronomie mit entspannenden Sitzgelegenheiten, Kinderattraktionen, Kunstständen, handgezählten 200 Wahlkampfplakaten und dem Besten, was die Gladbacher Musiklandschaft zu bieten hat. Da war die Stimmung offenbar ganz gut. „Von Krise keine Spur. Ich will das auch nicht mehr hören”, sagte Anita Löffelmann, Leonies Großmutter. „Etwas ähnliches gibt es in Mönchengladbach nun einmal nicht.”
Offenbar ist ein Fest mit derartiger Anzugskraft in der ganzen Region nur schwer zu finden. Der Verein Campus versucht jedenfalls stetig, das Einzugsgebiet zu vergrößern. „Rund 20 bis 30 Prozent der Besucher kommen nicht aus Mönchengladbach”, sagte Oberbürgertmeister Norbert Bude bei der Eröffnung. „Das ist Werbung für die Stadt. Hier passiert etwas.” Allein die Künstler, die Harald Dewies für den Kunstmarkt auf der Richard-Wagner-Straße verpflichtet hatte, kamen aus dem ganzen Bundesgebiet und aus Belgien.
„Ich habe von diesem Fest von meinen Kunden auf einem anderen Markt gehört und mich dann beworben”, sagte Poesiedesignerin Christiane Ulm aus Gießen (Hessen). Ein sehr schönes Fest mit interessiertem Publikum sei das hier, sagte sie. Von der Geschichte des Festes, Mönchengladbach und Rheydt zu verbinden, hatte sie aber keine Ahnung. Als Poesiedesignerin erfindet sie neue Worte wie „Augenblickverzauberin” und illustriert sie. Für das Eine-Stadt-Fest hatte sie eine neue Idee: „Sinneswanderin.”
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