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Mönchengladbach: Teich und Café als Zentralbad-Ersatz

VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 05.07.2010 - 17:43

Mönchengladbach (RPO). Wo vor zehn Jahren die Gladbacher badeten, erstreckt sich in etwa acht Wochen eine Wiese: Liegestühle werden um einen kleinen See drapiert, ein Café verkauft Leckereien. Neun Jahre nach dem Brand des Zentralbades gibt es ein neues Konzept für das Gelände an der Fliethstraße.

Das Zentralbad brannte im Juli 2001.  Foto: RP
Das Zentralbad brannte im Juli 2001. Foto: RP

Was wäre aus dem Gelände des ehemaligen Zentralbades an der Fliethstraße geworden, wenn es die weltweite Finanzkrise nicht gegeben hätte? Diese Frage ist zwar hypothetisch. Aber: „Wir standen kurz vor der Vermarktung. Zwei Interessenten wollten bauen“, sagt Dr. Ulrich Schückhaus, Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Mönchengladbach (EWMG).

Weil die Investoren kalte Füße bekamen, blieb das etwa 14 500 Quadratmeter große Gelände so, wie es seit Jahren aussieht: eine abgezäunte, ungepflegte Fläche, über der Fußgängerbrücken im Nichts enden. Das ändert sich demnächst. Aus der Brache wird die Bleichwiese mit einem Teich in der Mitte, viel Grün und einem umgebauten Schiffscontainer, aus dem heraus Getränke und kleine Leckereien verkauft werden. Für die in acht Wochen vollzogene Verwandlung sorgen Unternehmen aus der Stadt.

Ein Filet-Grundstück

Die Planer bezeichnen dies als „temporäre Zwischennutzung“. Was bedeuten soll: Für eine gewisse Zeit bekommt das Gelände einen anderen Charakter – vermutlich für zwei, drei Jahre. Natürlich will die Stadt dieses Filet-Grundstück nicht aus der Hand geben und träumt von Bürogebäuden an der Fliethstraße und Wohnungen an der Lüpertzender Straße.

Aber die Fläche weiter vor sich hin gammeln zu lassen? Bei den sportlichen Großereignissen im kommenden Jahr, wenn in Mönchengladbach die besten Hockeyteams Europas spielen und die Stadt außerdem Gastgeber bei drei Partien der Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen ist, wollte man das Brachgelände im Herzen der Stadt den Besuchern nicht in diesem Zustand präsentieren.

Und so kam der EWMG als Besitzer und Vermarkter des Areals eine Idee der Freimeister gerade recht. Diese Designergruppe aus Mönchengladbach hat das Logo für das Museumscafé an der Mauer im Skulpturengarten des Abteibergs gestaltet und eine Lounge im Altstadt-Club „Projekt 42“ entworfen. Was noch wichtiger ist: Die Vereinigung sprüht geradezu vor Einfällen und hat mit ihren blauen Gladbach-Schildern die Erinnerung an den namensgebenden Fluss wachgerufen. Dieser taucht auch in ihrem neuen Konzept für die Bleichwiese auf – und zwar als 1,50 tiefer Teich, dessen Nass aus dem Grundwasser gespeist wird. Er bildet den tiefsten Punkt, eine Art Senke. Zur Fliethstraße hin steigt das Rasengelände an. Der umgebaute See-Schiffscontainer mit einer großen Freifläche, auf der Liegestühle stehen, erstreckt sich parallel zur Lüpertzender Straße.

Und weil die Planer wissen, dass sich diese Verwandlung nicht ohne brauchbares Konzept umsetzen lässt, haben sie einen kreativen Gastronomen im Boot. Frank Klix von der Vita GmbH wird den Schiffscontainer betreiben. „Wir fahren hier kein Programm, das ganz auf junge Menschen zugeschnitten ist“, sagt er. Klix träumt davon, dass die Bürger die Fläche in Besitz nehmen, hier Tai-Chi-Übungen oder Yoga machen. Das Ungewöhnliche soll zwischen der Hauptverkehrsader Fliethstraße und der beschaulicheren Lüpertzender Straße zum Alltag werden.

Rund 30 000 Euro zahlt die EWMG. Sponsoren tragen den großen Rest. Und was passiert, wenn die Gladbacher die Bleichwiese lieben lernen und sie nicht mehr hergeben wollen? „Keine Chance“, sagt Schückhaus: „Wir werden das Grundstück auf jeden Fall vermarkten. Die Gespräche mit Investoren laufen weiter. Wir sind zuversichtlich, dass wir zum Abschluss kommen.“

Quelle: RP

 
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