Mönchengladbach: Teurer Denkmalschutz
VON CAROLA SIEDENTOP - zuletzt aktualisiert: 02.09.2011 - 13:13Mönchengladbach (RPO). Sprungturm, Kamin und alte Brausebäder müssen erhalten bleiben, auch wenn sie keine Funktion mehr haben. Das sind Vorgaben der Denkmalexperten für das Rheydter Bad. Dadurch steigen die Sanierungskosten.
Kosten- und Zeitplan
Wer entscheidet? Wie weit Sanierungskonzept der NVV für das Pahlkebad umgesetzt werden kann, bestimmt die Untere Denkmalbehörde. Die NVV prüft nun, wie teuer die Sanierung unter Denkmalschutz-Aspekten ist.
Wann gibt es Ergebnisse? Bis zum Sportausschuss nach den Sommerferien sollen die Zahlen und ein Vorschlag der Verwaltung vorliegen.
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Der genaue Fahrplan für die Sanierung des Pahlkebades steht noch lange nicht. Nun hat die Untere Denkmalbehörde aber schon Mal die grobe Richtung vorgegeben. Dezernent Gert Fischer stellte im Rat eine erste Stellungnahme der Behörde vor. Die offenbarte einige Knackpunkte – sie könnten die Stadt bei einer Sanierung teuer zu stehen kommen: Viele Gebäudeteile, die weichen sollten, müssen erhalten bleiben. Das Erscheinungsbild der Fassade muss originalgetreu hergestellt werden. Diese Vorgaben verursachen zusätzliche Kosten und wirken sich auf weitere Umbaupläne im Bad aus.
Die wichtigsten Vorgaben
Deckenstatik Das Kernproblem des Bades. Ein Spannbetonträger der Hallendecke ist defekt, weitere Schäden werden befürchtet. Schon aus Sicherheitsgründen muss die Decke für viel Geld renoviert werden. Jetzt könnte das noch teurer werden, denn unter der eigentlichen Dachkonstruktion ist eine Abhangdecke. Die sollte nach der Sanierung nicht wieder installiert werden – muss sie laut Denkmalbehörde aber nach Möglichkeit. Weil die Betondecke später regelmäßig kontrolliert werden muss, würde die Abhangdecke für zusätzliche Kosten sorgen. Sie müsste bei jeder Kontrolle ab- und aufgebaut werden. „Das würde gigantische Summen verschlingen“, sagte Fischer.
Das muss alles bleiben Auch wenn der Zehn-Meter-Sprungturm nicht mehr genutzt wird, muss er stehen bleiben. Das gilt auch für die Tribüne und den ungenutzten Kamin. Weil ein Wegfall der Hausmeisterwohnung das äußere Erscheinungsbild verändern würde, muss auch sie erhalten werden.
Beckentiefe Sie darf verringert werden, damit Kurse darin stattfinden können. Die Materialien für den Umbau und die Art des Überlaufs müssen mit der Behörde abgestimmt werden.
Sauna Eine andere Nutzung des Bereichs wird erlaubt, allerdings müssen einige der Wannen und Brausebäder für Dokumentationszwecke stehen bleiben.
Fassade Das Erscheinungsbild soll möglichst nicht geändert werden. Das Konzept der NVV sah, auch aus Kostengründen, eine andere Gestaltung vor. Auch die Original-Profile müssen bei der Sanierung berücksichtigt werden.
Die Energiesparverordnung muss bei einer Sanierung nach Denkmal-Vorschriften nicht eingehalten werden. Dadurch könnten aber die Folgekosten im laufenden Betrieb höher ausfallen.
Das will die Politik CDU und FDP wollen den Neubau für rund 6,6 Millionen Euro, um ein energieeffizientes Bad zu bekommen, in dem Kurse angeboten werden können. Die SPD (auf deren Initiative das Bad zum Denkmal wurde), Grüne und FWG wollen eine Sanierung. Das Sanierungskonzept der NVV sei jedoch nie durch die politischen Germien gegangen, das Vorgehen sei deshalb unrechtmäßig, kritisierte Erich Oberem (FWG).
Statt des umfangreichen Sanierungsplanes (der womöglich nicht finanzierbar ist und den Abriss wahrscheinlicher werden lässt) will die FWG nur die dringendsten Instandsetzungsmaßnahmen ermittelt wissen, damit der Betrieb möglichst bald wieder aufgenommen werden kann.
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