Mönchengladbach: Teurere Theatertickets
VON DIRK RICHERDT - zuletzt aktualisiert: 14.02.2009Mönchengladbach (RPO). Die Kosten fürs Parken, für den Bus und für die Garderobe sollen künftig direkt auf die Eintrittskarte geschlagen werden. Außerdem sollen die Tickets eh teurer werden. Dafür ist bis zum Sommer das Parken kostenlos.
Erheblich tiefer in die Tasche greifen müssen künftig wohl die Theaterbesucher. Denn nach der Wiedereröffnung des Theaters voraussichtlich im Sommer 2010 zahlen alle fürs Parken mit dem Kauf der Eintrittskarte – egal, ob sie mit dem Auto kommen oder nicht. Dazu hat die Stadt Verhandlungen mit dem Parkplatzbetreiber im Nordpark, der PPG Nordpark GmbH, aufgenommen.
Wenn das Theater in den Nordpark umgezogen ist, soll das Ticketverkaufssystem so umgestellt werden, dass ein bestimmter Betrag je Karte fürs Parken aufgeschlagen wird. Kulturdezernent Dr. Gert Fischer hofft, dass es gelingen wird, diesen Betrag auf einen Euro pro Theaterkarte zu begrenzen. Unterschieden würde dabei nicht, ob jemand tatsächlich mit dem Auto anreist, per Bus, Fahrrad oder zu Fuß in den Nordpark kommt.
Parkplätze im Nordpark
Gesamtfläche 240 000 Quadratmeter
Parkfläche für Besucher des Ausweichtheaters in der Depothalle: P 4 mit ca. 2600 Einstellplätzen
Betreiber PPG Nordpark GmbH, gemeinsam von der EWMG und Borussia betriebene Gesellschaft
Preis P 4 bis P 6: 5 Euro je Pkw
Fünf Euro fürs Parken?
Fischer Verhandlungspartner Lothar Backes, Geschäftsführer von PPG Nordpark, kann sich, "ohne einem endgültigen Verhandlungsergebnis vorzugreifen, vorstellen, dass wir mit einem solch geringen Obolus leben können". Da in den meisten Autos, die zum Nordpark des Theaters wegen rollen, mehr als eine Person sitzt, sieht das Arrangement für PPG mit einem Euro je Theatergänger nicht unwirtschaftlich aus. Doch Backes stellt klar: "Ohne diese Kombination von Theater- und Parkticket müssten wir fünf Euro pro Fahrzeug Parkentgelt verlangen." So viel zahlen die Zuschauer von Borussia .
"Ich kann die Pläne grundsätzlich akzeptieren", erklärt dazu Prof. Dr. Hans-Dieter Jakubowski, Sprecher der Bürgeraktion "Theater: Ja". Er sieht indes noch Klärungsbedarf: "Es kann passieren, dass Leute, die mit Bus oder Fahrrad zum Theater fahren, sich fragen: Wieso muss ich das Parken der motorisierten Besucher mitbezahlen?"
Dazu Fischer: "Wir werden auch mit der NVV verhandeln. Dass Theatertickets für kostenfreie Hin- und Rückfahrt zum Theater berechtigen und sogar die Garderobe eingerechnet wird, ist an anderen Bühnen längst Standard." Solche Aufschläge werden die Ticketpreise freilich nach oben treiben – zumal spätestens 2010 die Kartenpreise kräftig erhöht werden. Da scheint Ärger programmiert.
Die Parksituation rund um das Theater in Rheydt ist miserabel. Das wird durch Fertigstellung des Real-Warenhauses mit Parkhaus gegenüber dem Theater besser. Die Theaterverwaltung und der Parkhausbetreiber Jessen haben sich darauf geeinigt, dass die Theatergänger ab 26. Februar kostenlos parken dürfen.
"Die Regelung zum kostenlosen Parken während der Theateraufführungen dauert bis zum Ende dieser Spielzeit", berichtet Kulturdezernent Dr. Gert Fischer. Und funktioniert so: Die Theaterbesucher fahren ins Parkhaus, ziehen einen Parkschein. Den lassen sie nach Ende der Vorstellung im Theater entwerten und haben dann freie Ausfahrt.
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