Mönchengladbach: Theater bekommt Geld, Eintritt soll teurer werden
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 28.01.2009Mönchengladbach (RPO). Nach längerem Zaudern ist nun auch Mönchengladbach bereit, dem Theater auf zwei Jahre verteilt einen Zuschuss von knapp einer Million Euro zu gewähren. Darauf verständigten sich am Dienstag Vertreter von CDU und FDP aus Mönchengladbach und Krefeld.
Die Etat-Lücke war durch Tariferhöhungen in unvorhersehbarer Höhe entstanden. "Wir sind verpflichtet, dieses Geld zu bezahlen und gehen davon aus, dass der Regierungspräsident uns dies auch genehmigt", sagte der Landtagsabgeordnete Norbert Post (CDU) der RP. Genau das hatte vor allem die Mönchengladbacher FDP bislang bezweifelt. Nun kann der Rat in seiner Sitzung am kommenden Mittwoch den Nachtragshaushalt beschließen. Die Krefelder hatten schon im Dezember dafür gestimmt, das Geld zu zahlen.
Nicht am Programm sparen
Die Spar-Diskussionen sind damit gleichwohl nicht abgeschlossen. Denn nach wie vor sind die Mehrheitsfraktionen in beiden Städten davon überzeugt, dass im Theater-Haushalt gespart werden kann und muss – und zwar ohne dass dies markante Auswirkungen auf das Programm hat. Über die jüngsten Horrorszenarien von Generalintendant Jens Pesel sind die Politiker verstimmt.
"Da gibt es jede Menge Ungereimtheiten, über die hinter verschlossenen Türen noch zu reden sein wird", sagte der FDP-Fraktionsvorsitzende Dr. Anno Jansen-Winkeln. Der vorgelegte Haushalt zeige, dass es noch erhebliches Einsparpotenzial gebe, sagt Norbert Post. "Das Theater kann sparen, aber nicht im künstlerischen, sondern im administrativen Bereich", so Post. Jansen-Winkeln erhofft sich dazu auch Vorschläge aus dem Gutachten der Unternehmensberatung Actori, das kommende Woche im Theaterkuratorium vorgestellt werden soll.
Post rechnet vor, dass bei konsequentem Sparkurs im Verwaltungsbereich nur ein Defizit von rund 100 000 Euro übrig bleibt. "Das lässt sich unserer Überzeugung nach über höhere Eintrittspreise ausgleichen", so Post. Die Mönchengladbacher Politiker waren sehr zufrieden mit dem Ausgang der Gespräche. "Das ist ein klares Signal für das Theater – und zwar ohne jede Abstriche beim künstlerischen Programm", so Post. Er hofft darauf, dass all jene, die sich in den letzten Wochen vehement für das Theater eingesetzt hatten, dies weiter tun: durch möglichst viele Besuche.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum





