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Mönchengladbach: Theater – die Redeschlacht

VON DIRK RICHERDT UND PETRA DIEDERICHS - zuletzt aktualisiert: 11.12.2008

Mönchengladbach (RPO). Hoch gingen die Wogen der Debatte im Theaterkuratorium um den Nachtragshaushalt des Theaters. Wir haben an dieser Stelle Äußerungen beteiligter Politiker, Verwaltungsleute und der Theaterspitze zusammengetragen. Die Zeichen stehen auf Sturm.

Demo gegen die Schließung des Theaters in Krefeld.  Foto: Thomas Lammertz
Demo gegen die Schließung des Theaters in Krefeld. Foto: Thomas Lammertz

Hellsicht hatte Erich Oberem (FWG) bewiesen, als er bereits am 2. Dezember im Kulturausschuss festhielt: „Ich finde es höchst bedauerlich, dass wir heute über Dinge reden wie die Halle fürs Theater, die längst hätten geklärt werden müssen, bevor die Halle erworben wurde.“ Und zu den Plänen von CDU und FDP, dem Theater als Überbrückungshilfe aus der Finanzklemme ein Darlehen zu geben, meinte Oberem: „Wer bezahlt dann eigentlich Zinsen und Tilgung zurück? Krefeld wird uns was husten! Das glauben Sie doch nicht im Ernst, dass diese Rechnung aufgeht.“ Ergebnis: Die Mehrheit stimmte gegen den Vorschlag der Mönchengladbacher CDU und FDP.

Oberbürgermeister Norbert Bude über das unerwartet starke Besucherinteresse (etwa 150 Theaterleute aller Sparten standen eng gedrängt im Saal): „So viele Zuhörer haben wir bei einer Theaterkuratoriumssitzung noch nie gehabt. Ich kann dieses große Interesse aber verstehen.“

Hans-Peter Kreuzberg (CDU, Krefeld): „Wir haben uns durchgerungen, den Nachtrag zu bewilligen. Wir werden auch den Theaterhaushalt 2009/10 auf dem neuen Sockel – inklusive Tariferhöhungen – mittragen. Allerdings nur bis zur Zuschusshöhe von 11 Millionen Euro und nicht 11,2 Mio. Euro.“

Wolfgang Dreßen (CDU, Mönchengladbach): „Wir lassen das Theater nicht im Stich. Wir sind nicht nur bereit, weiterhin 10,5 Millionen Euro Zuschuss zu geben, wir sorgen auch für das spielfertige Haus und stecken sieben Millionen Euro in eine umfangreiche Brandschutzsanierung.“

Dazu antwortete Intendant Jens Pesel: „Die spielfertigen Häuser würden wir als Theater gern selbst organisieren, dann würden wir da auf jeden Fall kostengünstiger wirtschaften als in der jetzigen Regelung. Die Theaterhäuser gehören den Städten. Sie sind daran interessiert und verpflichtet, diese in Ordnung zu halten.“ Und die Weigerung von CDU und FDP, bereits vor Weihnachten auch den Theateretat 2009/10 auf den Weg zu bringen, kommentierte Pesel so: „Ich kann meine Arbeit nicht fortsetzen. Im Laufe des nächsten Jahres werden wir zahlungsunfähig sein. Einen Spielplan werden Sie von mir nicht erfahren können.“

SPD-Ratsherr Ulrich Elsen erklärte: „Wir tragen den Nachtragshaushalt mit. Und wir wissen, dass auch die Spielzeit 09/10 gesichert werden muss. Wir stecken sieben, acht Millionen Euro in das Theater in Rheydt, riskieren aber, das Unternehmen wegen 490 000 Euro vor die Wand fahren zu lassen: Das wäre ein übler Treppenwitz der Zeitgeschichte!“

Stadtkämmerer Bernd Kuckels machte seine Position mit diesen Worten deutlich: „Wer den Theaterzuschuss nicht deckelt, nicht einfriert, der gefährdet langfristig das Theater mehr als derjenige, der jetzt Sparanstrengungen fordert.“ Kuckels äußerte massive Bedenken, ob die Bezirksregierung der fast überschuldeten Stadt Mönchengladbach die Bewilligung des Theaterhaushalts in beantragter Höhe genehmigen wird.

Jens Pesel zu Kuckels: „Ich verstehe alles, was Sie sagen, Herr Kuckels. Aber meine Aufgabe ist es, mich um den recht- und gesetzmäßigen Betriebsablauf und die 460 Mitarbeiter zu kümmern.“

Quelle: RP

 
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