Mönchengladbach: Theater: Einigung in Sicht
VON DIRK RICHERDT - zuletzt aktualisiert: 16.01.2009Mönchengladbach (RPO). Der im Dezember von der Ratsmehrheit abgelehnte Nachtragshaushalt für die laufende Spielzeit des Theaters hat nun die Chance, doch genehmigt zu werden. Die Aussicht, dass die 485 000 Euro an zusätzlichen Mitteln sogar ohne Darlehensbindung den Vereinigten Bühnen zur Verfügung gestellt werden, ist nach der gestrigen Sitzung des Theaterkuratoriums merklich gestiegen.
Oberbürgermeister Norbert Bude fasste die gemeinsame Haltung in diesen Appell, den alle mittragen: "Wir bitten den Rat der Stadt , sich in seiner Sitzung am 4. Februar noch einmal mit dem Nachtragshaushalt und dem Theaterhaushalt 2009/10 zu befassen."
Den Beiträgen von Wolfgang Dreßen (CDU) und Natascha Stephan (FDP) war zu entnehmen, dass sie in Sachen Darlehen zu einer Abkehr von bisher vertretenen rigiden Positionen bereit sind. Im Anschluss an die Sitzung bestätigten dies die Fraktionsvorsitzenden Rolf Besten (CDU) und Dr. Anno Jansen-Winkeln (FDP): Der Nachtrag, so Besten, sei auch anderweitig als durch ein Darlehen der Finanzaufsicht schmackhaft zu machen.
Was die CDU bisher abgehalten habe, den Nachtrag zu bewilligen, sei die traurige Aussicht, Jahr um Jahr weiterhin überhöhte Zuschüsse zahlen zu müssen. "Nun bemüht sich Norbert Post intensivst um einen zielführenden Kompromiss", sagt Besten. Und FDP-Chef Jansen-Winkeln betont: "Heute sind wir in der Sache vorangekommen, beide Seiten haben sich aufeinander zu bewegt."
Theater spart weiter
Jansen-Winkeln reagierte auf den Vorschlag, den Intendant Jens Pesel gestern erstmals öffentlich vortrug: Der Theaterboss stellte ein neues Theatermodell vor, dessen finanzielle Eckpunkte er an Beispielen erläuterte. So bietet das Theater an, in der Spielzeit 2009/10 mit einem Haushaltsvolumen im Umfang von 23 815 000 Euro auszukommen.
Bisher waren 25 172 000 Euro angesetzt. Wie dieser Aderlass angesichts gestiegener Personalkosten gelingen soll, erklärte Pesel auch: Kürzung des Gästeetats von 900 000 auf 500 000 Euro; der Orchesteraushilfen von 135 000 auf künftig 50 000 Euro. Die Kosten für Bühnenausstattung sollen von 400 000 auf 150 000 Euro sinken, die Werbeausgaben von 370 000 auf 150 000 Euro. Dennoch werde am Ende ein Fehlbetrag von 1,7 Millionen Euro bleiben. Dieses Geld hofft Pesel durch die Einnahmen zu decken. Fünf Opern (und Ballette) und fünf Schauspiele können pro Spielzeit produziert werden. Das ist deutlich weniger als gegenwärtig. "Licht im Tunnel" erkannte SPD-Sprecher Ulrich Elsen nach der Sitzung. Jetzt hat am 4. Februar der Rat erneut zu entscheiden.
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