Mönchengladbach: Theater: Erst Demo, dann Millionen
zuletzt aktualisiert: 05.02.2009Mönchengladbach (RPO). Jede Menge Theater-Retter waren gestern in Rheydt unterwegs. Bis zu 450 Demonstranten zogen durch die Rheydter Innenstadt, etliche von ihnen verfolgten die anschließende Ratssitzung. Und auch dort überboten sich – wohl nicht zuletzt angesichts des großen Publikums – die Politiker in Versicherungen, das Theater in seiner jetzigen Form erhalten zu wollen. Beschlossen wurde schließlich, wie bereits tags zuvor im Theaterkuratorium, den Städtischen Bühnen statt der geplanten 10,5 etwas mehr als 11 Millionen Euro für die Spielzeit 2009/2010 zu überweisen. Damit muss das Haus künstlerisch keine Einschränkungen machen, und auch der designierte Intendant Michael Grosse muss sich nicht um die Vielfältigkeit des Spielplans in seiner ersten Saison sorgen. Einsparen muss das Theater trotzdem: Rund 475 000 Euro an Verwaltungskosten.
Darüber, wie dies zu werten ist, gab es höchst unterschiedliche Interpretationen. Von einem "ersten Schritt zum Tod auf Raten", sprach der SPD-Fraktionsvorsitzende Lothar Beine. Genau wie die Grünen und die Linke Liste stimmte die SPD gegen den Haushalt. Sie wollten dem Theater auch die restlichen 475 000 Euro zugestehen. Dr. Anno Jansen-Winkeln bekannte: "Von mir aus könnten es sogar 20 Millionen sein. Nur: Wir haben dieses Geld einfach nicht." Rolf Besten (CDU) stellte klar: "Wir stehen zum Theater. Aber wir können nicht jeden Preis bezahlen."
Sein Fraktionskollege Wolfgang Dreßen betonte, dass die CDU dem Theater nie den Geldhahn abdrehen wollte. Man habe sich nur um die Höhe der Mehrausgaben gestritten. CDU, FDP und FWG stimmten dem Haushalt zu. Heute muss noch der Krefelder Rat über den Theaterhaushalt entscheiden.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum





