Mönchengladbach: Theater ist nicht zufrieden
VON DIRK RICHERDT - zuletzt aktualisiert: 29.01.2009Mönchengladbach (RPO). Die neuesten Finanzierungsvorschläge von CDU und FDP in Gladbach und Krefeld zum Theater stoßen auf Kritik. Generalintendant Jens Pesel spricht weiter von einem erheblichen Qualitätsverlust in der kommenden Saison.
Nur teilweise zufrieden ist die Leitung der Vereinigten Städtischen Bühnen (VSB) mit dem Ergebnis der Beratungen der CDU- und FDP-Fraktionen der Gladbacher und Krefelder Stadträte. Scheinbar sei nunmehr zwar die "dreimonatige Hängepartie des Theaters", die durch zögerlichen Hickhack der Gladbacher Ratsmehrheit verursacht wurde, vorüber. Aber eben nur scheinbar. Theatersprecher Martin Siebold sagt: "Eine gute Nachricht mit fadem Beigeschmack".
Die Bewilligung des erforderlichen Zuschusses (490 000 Euro) aus Mönchengladbach und die Festlegung, die gleiche Summe auch für die kommende Theaterspielzeit draufzulegen, reichten nicht aus, um ein "sowohl quantitativ als auch qualitativ den vergangenen Spielzeiten vergleichbares Programm zu garantieren", wendet Intendant Jens Pesel ein.
Bereit zu Expertengesprächen
Mit der nun zugesagten Förderung könnten die Bühnen in der kommenden Saison 2009/10 lediglich ein "Rumpfprogramm" mit vier neuen Produktionen (statt zwölf) realisieren. Für ein Programm ohne künstlerische Abstriche fehlten nach theaterinternen Berechnungen 600 000 Euro. Die vom CDU-Landtagsabgeordneten Norbert Post geäußerte Meinung, "das Theater kann sparen, aber nicht im künstlerischen, sondern im administrativen Bereich", greift der Intendant auf: "Selbstverständlich ist die Theaterleitung zu entsprechenden Fachgesprächen mit den Experten von CDU und FDP bereit. Wo die fehlenden 600 000 Euro herkommen sollen, wurde bisher nicht mitgeteilt."
Für Pesel gilt nach wie vor, "dass alle vertretbaren Sparpotenziale innerhalb des Theaters ausgeschöpft sind und dass der am 28. Oktober 2008 dem Kuratorium vorgelegte Haushaltsentwurf 2009/10 die Grundlage für eine seriöse Diskussion sein muss." Was den Intendanten wurmt: Er reagiere "mit Unverständnis" auch auf das Misstrauen, das seinen Berechnungen von Seiten der Mehrheitsfraktionen in Krefeld und Mönchengladbach entgegen gebracht werde. Schließlich habe er 13 Spielzeiten erfolgreich das Theater auf Kurs gehalten. Nun fordert Pesel, das Thema Theateretat 2009/10 auf die Tagesordnung der Ratssitzung am 4. Februar zu setzen.
Zu den von Politikern angedachten Kartenpreis-Erhöhungen, um die Einnahmeseite des Theateretats zu verbessern, wollte sich Siebold gestern nicht äußern. "Darüber befinden allein die Räte der Städte."
Inzwischen hat sich eine "Bürgeraktion" gegründet, die sich als aktive Lobby für das Theater einsetzen will. Ihr Sprecher ist Professor Dr. Hans Dieter Jakubowski, ehemaliger Chefarzt am Elisabeth-Krankenhaus. Ihr Ziel, so Jakubowski: "Die Bürgeraktion wird jetzt und in Zukunft in der Öffentlichkeit verdeutlichen, dass das Vierspartentheater Krefeld Mönchengladbach in seiner jetzigen Form für uns alle, vor allem aber für unsere nachwachsende Generation, unverzichtbar ist."
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