Mönchengladbach: Theater packt ein
VON DIRK RICHERDT - zuletzt aktualisiert: 07.03.2009Mönchengladbach (RPO). Mitte März beginnen die Umbauten im ehemaligen Verpflegungsdepot der Bundeswehr im Nordpark. Das wird rund 1,6 Millionen Euro kosten. Im Juli sollen Theater und Orchester ins Tin, das Theater im Nordpark, umziehen.
Der Zeitrahmen ist knapp, aber wenigstens geht's nun los mit den Vorbereitungen für den größten Umzug des Jahres in der Stadt. Gestern gab Oberbürgermeister Norbert Bude in der Halle im Nordpark den symbolischen Startschuss: "Wir freuen uns auf TiN", sagte Bude. TiN ist die Abkürzung für "Theater im Nordpark", das Pendant zum Krefelder TaZ (Theater auf Zeit).
In Sichtweite des Hockeystadions sollen die Theaterkünstler ab Ende September Schauspiele, Opern, Musicals, Operetten und Ballette aufführen. Mindestens eine komplette Spielzeit lang – oder länger. Denn, so EWMG-Geschäftsführer Dr. Ulrich Schückhaus gestern, die Stadt mietet die Theaterhalle für zwei Jahre an. Sie zahlt dafür jährlich 250 000 Euro Miete an die EWMG (Entwicklungsgesellschaft MG). Dafür trägt der Eigentümer EWMG die Umbaukosten von 1,6 Millionen Euro. Währenddem wird das Stammhaus in Rheydt für sieben Millionen Euro grundsaniert.
Theater im Nordpark
Gebäude Ehemalige Wehrbereichsverpflegungshalle der Bundeswehr auf 18 360m² großem Grundstück; Am Nordpark 299
Eigentümer EWMG (Entwicklungsgesellschaft Mönchengladbach); Preis: 1,3 Millionen Euro
Gesamtnutzfläche 6200m² (4800m² im Erdgeschoss, 800m² im Obergeschoss)
Herrichtungskosten ca. 1,6 Millionen Euro, getragen von EWMG
Bühnen Eine große Bühne (560 Zuschauer); eine kleine Bühne (280 Zuschauer); Probebühne, Büros, Garderoben
Fachliche Hilfe aus Krefeld
Den Umbau der Depothalle, in der bis vor zwei Jahren Proviant der Wehrbereichsverwaltung lagerte, plant die Krefelder Gesellschaft SWK Kompakt, eine Tochter der Stadtwerke. Die verfügt über Erfahrungen damit, hat SWK Kompakt doch bereits die Herrichtung einer Ausweichspielstätte des Theaters Krefeld betreut. Die interne Bauleitung jedoch liegt bei der EWMG, erklärt Bauleiter Rolf Theißen, Geschäftsbereichsleiter Immobilien bei der EWMG.
Die 8,50 Meter hohe Lagerhalle gliedert sich im Erdgeschoss in vier gleich große Teilflächen. Die sind so groß, dass im geräumigen Foyer neben der Besuchergarderobe und der Getränketheke auch ein Bereich für eine Stellprobenbühne abgetrennt werden kann. Hinter dem Foyer werden die Bühnensäle entstehen: ein großer Saal für 560 und ein kleinerer für 278 Zuschauer.
Das Orchester wird im großen Saal zu ebener Erde sitzen. Davor steigt eine Tribüne steil an, informierte Theaterbetriebsleiter Christian Tombeil gestern beim Rundgang. "Schon die erste Sitzreihe wird 20 Zentimeter höher sein als der Orchestergraben", sagte Tombeil. Mit elf Meter Breite wird die Hauptbühne nur geringfügig schmaler ausfallen als die Bühne im Rheydter Haus, die eine Portalbreite von 12,50 Meter misst.
Kulturdezernent Dr. Gert Fischer stellte gestern auch seine Pläne zu einer vereinfachten Ticket-Logistik vor: "Wir werden dem Rat vorschlagen, auf jede Theaterkarte ein Service-Entgelt zu erheben", sagte Fischer. Dieser Beitrag solle fürs Parken, die freie Nutzung von Bussen zur Spielstätte und die Garderobe erhoben werden. "Wir hoffen, dass es unter zwei Euro je Karten bleibt", sagte Fischer.
Die Theaterverwaltung wird während der Umbauspielzeit in Räume des Finanzamtes an der Aachener Straße umziehen. Dort werde, so Michael Magyar, auch eine Theaterkasse eingerichtet.
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