Mönchengladbach: Theater soll alle drei Sparten behalten
VON DIRK RICHERDT - zuletzt aktualisiert: 17.02.2009Mönchengladbach (RPO). Was wird aus dem Actori-Gutachten zur Entwicklung des Theaters? Gestern setzten sich Politiker aller Fraktionen mit Verwaltungsleuten, der Theaterspitze und Gutachtern im Rheydter Rathaus zusammen, um Empfehlungen der Münchner Unternehmensberatung zu diskutieren und nachzufragen.
Im Mittelpunkt, so Wolfgang Dreßen, Kultursprecher der CDU-Fraktion im Rat, standen unterschiedliche Zukunftsmodelle der Vereinigten Bühnen. "Das Ziel heißt: das Theater nicht nur erhalten, sondern auch stärken", fasste Dreßen zusammen. Das könne laut Actori durch eine Veränderung der Rechtsform in Gang kommen. "Bei einer Umwandlung von der bestehenden Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) in eine GmbH würden sich kleinere Einsparmöglichkeiten ergeben", berichtet Dreßen. Actori rechnet vor, dass bei der Umsetzung der wesentlichen Vorschläge des Gutachtens nach drei bis fünf Jahren ein positiver Einspareffekt in Höhe von rund 700 000 Euro eintreten werde.
Szenario 4 – die "Katastrophe"
Ein weiterer Entwicklungsschritt, das bestätigte auch Ulrich Elsen von der SPD, sei die Realisierung des so genannten "Modells 4". Dabei würde die Personalhoheit über die spielfertigen Häuser den VSB selbst übertragen werden. Bisher haben die beiden Städte Krefeld und Mönchengladbach dafür selbst Sorge zu tragen. Elsen: "Das Modell hätte den Vorteil, dass Reibungsverluste aus doppelter Zuständigkeitsregelung minimiert würden."
Parallel dazu hat Actori vier "Szenarien" entworfen, welche die Ausstattung des Theaters betreffen. "Wir können uns vorstellen, Elemente aus den Szenarien eins bis drei zu kombinieren", berichtete Wolfgang Dreßen. Das Szenario 4 allerdings habe "keine Fraktion ernsthaft in Erwägung gezogen", so Elsen. Dreßen formuliert es so: "Szenario 4 wäre die Katastrophe!" Dieses Szenario würde zum Beispiel die Reduzierung des Orchesterstellenplans um 16 Stellen auf C-Größe bedeuten, den Verzicht auf Doppelbesetzungen im Musiktheater, auf Musical-Angebote und Bühnenmusik im Schauspiel. Und die Ballettsparte würde ersatzlos gestrichen.
Der "Workshop Theater" war Auftakt zu einer Reihe von Gesprächen, in denen die zukünftige Struktur des Theaters eingehend beraten und die organisatorischen Umbauten auf den Weg gebracht werden müssen. Dabei werde, so Dreßen, auch der künftige Intendant Michael Grosse einbezogen, der gestern auch am Workshop teilnahm.
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