Mönchengladbach: Theater soll bald zur Gesellschaft werden
VON DIRK RICHERDT - zuletzt aktualisiert: 15.07.2010Mönchengladbach (RPO). Verunsichert von Störfeuer aus dem Krefelder Finanzamt, das die Gemeinnützigkeit der jetzigen Rechtsform der Vereinigten Bühnen (GbR) in Frage stellt, gab es zwischen Politik und Verwaltung in beiden Städten des Fusionstheaters heftige Diskussionen. Und der von der Beratungsagentur Actori empfohlene Auftrag, die GbR in eine gemeinnützige Gesellschaft (gGmbH) umzuwandeln, kam nicht voran. Seit gestern scheint der Ausweg möglich: Einmütig (bei Enthaltung der Krefelder SPD und Grünen) hat das Theaterkuratorium die Verwaltungen beauftragt, die Rechtsformänderung der Bühnen in eine gGmbH vorzubereiten."
Stadträte haben das letzte Wort
Damit verbunden bekräftigte das Aufsichtsgremium der Bühnen gestern im Ratssaal Abtei, den Bühnen möglichst bald die mit den "spielfertigen Häusern" verbundenen Aufgaben zu übertragen. Bislang kümmern sich beide Städte noch selbst um Bereiche, die etwa das Gebäudemanagement der Theaterhäuser oder das Kassensystem betreffen. Allerdings betont das Theaterkuratorium auch, dass alle Beschlüsse von den Räten in Krefeld und Gladbach zu treffen sind. Und es gilt auch dieser Vorbehalt: "Wir warten noch auf die verbindliche Auskunft der Finanzverwaltung", berichtete Krefelds Kulturdezernent Roland Schneider.
Dabei sind die Verwaltungsspitzen in Details schon weiter. So wurden Personalüberleitungsverträge und ein Gesellschaftervertrag entworfen – Papiere, die für eine Rechtsformänderung unerlässlich sind. Erleichtert äußerte sich Hans-Peter Kreuzberg (CDU Krefeld): "Der heutige Tendenzbeschluss bedeutet einen wesentlichen Schritt nach vorne." Sein Mönchengladbacher Amtskollege Markus Spinnen (CDU) erklärte: "Wir werden die Beschlüsse in allen drei Punkten mittragen" – eben was die Rechtsformänderung, die spielfertigen Häuser und die Ratshoheit betrifft. Auch die FDP-Fraktionen ziehen mit.
Zuvor hatte Theatergeschäftsführer Reinhard Zeileis die Abwicklung des Etats 2009/10 vorgestellt. Er verriet, dass die Einnahmen in Krefeld den Ansatz erreichen werden, in Mönchengladbach, wo im provisorischen TiN gespielt wird, allerdings nicht. Ein Fall für die Stadtkasse. Zeileis: "Wir werden mit dem Geld insgesamt auskommen."
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