Mönchengladbach: Theaterzuschuss: Krefelds CDU schwenkt um
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 19.11.2008Mönchengladbach (RPO). Die Krefelder CDU-Fraktion will den Vereinigten Städtischen Bühnen aus der Patsche helfen: Rund 492.000 Euro soll das Theater zusätzlich aus Krefeld bekommen, um seinen Etat ausgleichen zu können. Das reicht nicht, denn es fehlen rund 900.000 Euro.
Deshalb knüpfen Krefelds Christdemokraten an ihre Zusage eine Bedingung: Auch Gladbach müsse diesen „schmerzlichen Schritt“ mitgehen und die andere Hälfte aufbringen. Mit dieser Entscheidung bringt Krefelds CDU die Parteifreunde in Mönchengladbach in die Zwickmühle. Denn die wurden Dienstagmorgen davon völlig überrascht, dass die gemeinsame Linie nicht mehr gilt. „Ich weiß nicht, ob ich meine Leute zu diesem Schritt bewegen kann“, erklärte der Gladbacher CDU-Fraktionschef Rolf Besten auf Anfrage.
Theater sollte seinen Anteil leisten
Noch am Montag hatte er „seine“ CDU-Fraktion auf das mit Krefeld beschlossene Vorgehen „festgenagelt“. Die gemeinsame Linie hieß bis Montagnachmittag: Die CDU-Fraktionen beider Städte bleiben konsequent, verweigern den Zuschuss von jeweils 491 760 Euro und verlangen stattdessen vom Theater Sparvorschläge, die dann zügig umgesetzt werden sollten. Hinter vorgehaltener Hand war den Christdemokraten allerdings klar: Sie kommen nicht daran vorbei, einen Zuschuss zu bezahlen. Aber das Theater sollte erst seinen Anteil leisten – und sparen.
Doch das Theater hat zumindest in Krefeld wirksame Überzeugungsarbeit geleistet und dargestellt, wie es zu dem Fehlbetrag kommen konnte. Rund 10,5 Millionen Euro zahlen beide Städte für die Vereinigten Bühnen, die einen Etat von rund 24 Millionen Euro haben. Die Lücke von drei Millionen Euro finanziert das Theater aus eigenen Einnahmen und dem Verkauf. Da etwa 90 Prozent des Theaterhaushalts für das Gehalt der rund 450 Mitarbeiter ausgegeben werden, wirken sich Einkommenserhöhungen immer sehr krass aus.
Jens Pesel hatte gewarnt
Zwei Prozent Tariferhöhung hatte das Theater für 2008 einkalkuliert: Der Tarifabschluss im öffentlichen Dienst lag dann aber bei 5,1 Prozent. Für jeden Prozentpunkt mussten weitere 200 000 eingerechnet werden. Und da die vom Theater in den Vorjahren gebildeten Rücklagen aufgebraucht waren, musste es sich an seine beiden Finanziers, die Städte Krefeld und Mönchengladbach, wenden. Sie sollen jetzt für den Fehlbetrag aufkommen.
Allerdings legt das Theater großen Wert auf die Feststellung, dass Generalintendant Jens Pesel im Kuratorium mehrfach auf erhebliche Einkommenssteigerungen hingewiesen hat, die im Etat in diesem Ausmaß nicht berücksichtigt waren. Haben die Politiker seine Mahnungen nicht hören wollen?
Für den 9. Dezember ist eine Dringlichkeitssitzung des Kuratoriums einberufen. Vorher will die Theaterkonferenz – in ihr sitzen die beiden Oberbürgermeister Norbert Bude (SPD, Gladbach) und Gregor Kathstede (CDU, Krefeld), die Kulturdezernenten Gert Fischer (MG) und Roland Schneider (Krefeld) sowie die Theaterleitung – die Zahlen neu präsentieren und Lösungsvorschläge darlegen. Bis dahin hat Gladbachs CDU Zeit, zu einer endgültigen Entscheidung zu kommen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum





