Mönchengladbach: Tierarzt wegen Tierquälerei angezeigt
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 18.04.2007Mönchengladbach (RPO). Weil er seine Schafe und Ziegen verwahrlosen ließ, hat die Tierrechtsorganisation „Peta“ Strafanzeige gegen einen Wickrather Tierarzt gestellt.
Der Verein wirft dem 85-jährigen, immer noch Praktizierenden vor, er habe die Qual seiner Tiere in Kauf genommen. Drei Viertel der Schafe seien in einem Wanloer Gehege humpelnd vorgefunden worden, einige hätten überlange und deformierte Klauen gehabt, die Futtergrundlage sei dreckig und unhygienisch gewesen.
Die Tierrechtsorganisation spricht von blutenden Wunden und von erheblichen Schmerzen der Schafe und Ziegen. „Es ist unverzeihlich, dass ausgerechnet ein Tierarzt nicht die einfachsten Grundlagen der Tierhaltung beachtet“, sagt Peta-Berater Dr. Edmund Haferbeck. Bei den Ziegen seien beispielsweise die Futtertröge falsch angebracht gewesen. Dadurch hätten sie sich blutige Vorderfußwurzelgelenke zugezogen. Durch deformierte und ausgewachsene Klauen sei es zu irreversiblen Langzeitschäden gekommen.
Dr. Karl-Heinrich Becker, Leiter des städtischen Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamts, bestätigte gestern im Wesentlichen die Schilderungen der Tierrechtsorganisation. „Aufgrund der Fehlhaltungen der Tiere gehen wir davon aus, dass sie Schmerzen hatten.“ Er und seine Mitarbeiter hätten in dem Fall, gleich nach Bekanntwerden, Maßnahmen veranlasst. „Wir haben dem Tierarzt schriftlich aufgegeben, was zu tun ist. Einiges wurde bereits erledigt.“
Ob sich der Tierarzt weiter daran hält, das wollen Becker und seine Mitarbeiter kontinuierlich überprüfen. Außerdem wurde ein Bußgeldverfahren eingeleitet.
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