Mönchengladbach: Tierfriedhof für Gladbach
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 24.06.2009Mönchengladbach (RPO). Für eine letzte Ruhestätte für Tiere setzt sich die CDU-Politikerin Renate Zimmermanns ein. Andere Städte wie Bielefeld und Saarbrücken haben zum Teil seit Jahrzehnten solche Einrichtungen – und nehmen damit Geld ein.
Über 100 Tierfriedhöfe gibt es bereits bundesweit. Renate Zimmermanns, Bezirksvorsteherin von Odenkirchen, schlägt nun vor, eine solche Ruhestätte für Tiere auch in Mönchengladbach einzurichten. "Ein Angebot für Tierfreunde zu schaffen, ist eine lukrative Chance für unsere Stadt", sagt Zimmermanns. Der Bedarf steigt, wie die Beispiele aus anderen Städten zeigen – nicht zuletzt aufgrund einer EU-Verordnung.
Sie untersagt es aus hygienischen Gründen, aus toten Tierkörpern Seife oder Futtermittel zu machen. Tierleichen müssen verbrannt werden. Mit Ausnahmegenehmigung können Halter ihre toten Tiere auch im eigenen Garten vergraben. "Wir durften das aber nicht, weil wir im Wasserschutzgebiet wohnen", sagt Gerd Gröne-Gormanns, Sprecher der Mönchengladbacher Hundelobby, die inzwischen 1070 Mitglieder hat. Er hält einen Tierfriedhof für eine gute Idee.
Gesetze
EU Für die EU-Verordnung über Hygienevorschriften sind Tierkadaver "tierische Nebenprodukte".
Umwandlung Eine Grünfläche kann nach § 13 Bau GB leicht zu einem Tierfriedhof umgewandelt werden.
In Köln denken CDU und FDP derzeit darüber nach, einen Tierfriedhof einzurichten.
Wuppertal und Krefeld
In der näheren Umgebung gibt es nur in Wuppertal und Krefeld Tierfriedhöfe, die allerdings privat betrieben werden. Andernorts sind die Tierfriedhöfe städtisch. In Saarbrücken etwa gibt es schon seit fast 30 Jahren eine Anlage. Auf der 14 Hektar großen Fläche werden pro Jahr im Schnitt 400 Tiere beerdigt. Gewinne macht die Landeshauptstadt damit nicht. "Das ist ein Nullsummenspiel", sagt Stadtsprecher Thomas Blug. Allerdings zahlen die Saarbrücker auch nur eine Pauschale von 40 Euro. In Bielefeld, wo es eine eigene Entgeltordnung gibt, werden je nach Liegezeiten bis zu 415 Euro fällig. Allerdings sind dort im Jahr 2008, nachdem der Heimtierfriedhof am 23. April eröffnet wurde, nur 18 Tiere begraben worden. "Es braucht eine Zeit, bis sich das herumgesprochen hat", glaubt Annemarie Jockheck vom Umweltbetrieb der Stadt Bielefeld.
Der Mönchengladbacher Kämmerer Bernd Kuckels hat sich bislang nicht mit dem Thema beschäftigt. Er gibt allerdings zu bedenken, dass alle Gebühren, die die Stadt erhebt, nur die Kosten decken dürften. "Gewinne erzielen können wir mit einem städtischen Friedhof für Tiere nicht", sagt Kuckels.
Den Bedarf hält Renate Zimmermanns in jedem Falle für unstrittig. Sie verweist auf die besonders große Hundedichte in der Stadt. Die Unternehmerin hat selbst die Erfahrung gemacht, dass es nicht leicht ist, ein totes Haustier einfach beim Tierarzt zurückzulassen. "Als unser Hund mit 15 Jahren starb, konnte ich mich mit dem Gedanken, dass er nun einfach geschreddert werden soll, nicht anfreunden", erzählt die Bezirksvorsteherin. Sie ist sicher, dass es vielen Haltern helfen würde, sich in Ruhe von ihren Tieren verabschieden zu können. Zudem fände sich leicht eine Grünfläche, die umgewidmet werden könnte. Das würde für Einsparungen bei der Grünpflege sorgen, so Zimmermanns.
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