Mönchengladbach: Tierische Einsätze für die Polizei
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 29.12.2009 - 11:55Mönchengladbach (RPO). Ein Lama erkundet gemütlich die Stadt, ein Känguru erschreckt Golfer am 18. Loch, und ein kleiner Hund legt den Verkehr auf der Autobahn lahm. „Hansi”, „Poldi” und „Skippy” sorgten in diesem Jahr für Schlagzeilen, weil sie mit ihren Ausflügen Polizisten ganz schön auf Trab hielten.
Jeder, dem dieses Tier das erste Mal über den Weg hopste, wischte sich zunächst die Augen und zweifelte dann an seinem Verstand: ein Beuteltier mitten in der Stadt? Und so hörten die Beamten in der Polizeileitstelle im Frühjahr unter der Notrufnummer 110 nicht selten folgenden Satz: „Halten Sie mich nicht für verrückt, aber ich sehe hier gerade ein Känguru an der Straße.” Tatsächlich wussten die Beamten: Die Anrufer litten nicht unter Halluzinationen. Das Känguru gibt es tatsächlich. Es war aus dem Streichelzoo des Ritterguts Wildenrath ausgebüxt.
Flottes Beuteltier
Zuerst erschreckte es Golfer auf der nahe gelegenen Anlage, wo es zwischen dem 1. und dem 18. Loch hin und her hopste. Dann erweiterte es sein Revier zunächst auf den kompletten Bereich Wanlo. Und schließlich hüpfte es bis in den Rhein-Kreis-Neuss, wo es von Bauarbeitern entdeckt wurde. Doch auch hier entzog sich das Zwergkänguru wie schon so oft zuvor allen Fangversuchen.
Und so ist Skippy wahrscheinlich immer noch auf der Flucht. „Kein Problem”, sagt sein ehemaliger Besitzer. Er hätte das Tier zwar gerne zurück, weiß aber: „Das Zwergkänguru stammt von einer Zuchtfarm aus Belgien, ist hiesige Temperaturen gewöhnt und findet offensichtlich auch genügend Nahrung.”
Skippy ist nur ein tierischer Fall. Wegen eines Höckertiers mussten Polizisten im Sommer beweisen, dass sie auch als Cowboys eine gute Figur machen. In der Leitstelle gingen mehrere Anrufe aufgeregter Bürger ein, die ein Lama gesehen haben wollten. Die Polizei stutzte zunächst, fragte sich dann aber: „Können sich so viele Menschen irren?” Die Antwort lautete: „Nein” Vor Ort wollten auch die Beamten ihren Augen kaum trauen, als tatsächlich ein Lama vor ihnen stand.
Doch leider blieb das Tier nicht einfach stehen, um sich wieder zu seinem Besitzer, einem Wanderzirkus, bringen zu lassen. Erst mit den hinzugezogenen Kollegen der Reiterstaffel, der Feuerwehr und dem Ordnungsdienst konnte das aufgeregte Tier in einem Maisfeld eingefangen werden.
Auf der Autobahn 52 hielt Mischlingshund Poldi Beamte in Atem. Im Juli war der kleine Vierbeiner zwei Kollegen der Bundespolizei entgegengelaufen, die im Streifenwagen in Richtung Düsseldorf unterwegs waren. Die reagierten sofort und schalteten das Blaulicht ein, um den nachfolgende Autofahrer zu warnen.
Doch auch Poldi fehlte zunächst der nötige Respekt vor den Ordnungshütern. Erst als einer der Polizisten laut „Platz” rief, setzte sich das Tier hin und ließ sich widerstandslos anleinen. Sein Frauchen war überglücklich, als der kleine Ausreißer wieder zu ihr nach Hause nach Korschenbroich kam.
Keinen glücklichen Ausgang nahm ein Vorfall mit einer starken Dogge zum Ende des Jahres. Eine 73-Jährige wurde in Rheindahlen von einem Fahrradständer zu Boden gerissen und verletzt. Der Fahrradständer war von einem angeleinten Hund in Bewegung gesetzt worden. Sein Frauchen hatte ihn an dem schweren Metallteil vor einem Drogeriemarkt festgebunden. Als die Dogge sich aus unerklärlichen Gründen erschrak, rannte sie plötzlich los, im Schlepptau besagten Ständer für sechs Fahrräder.
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