Mönchengladbach: Tod auf dem Sportplatz
VON SEBASTIAN DALKOWSKI - zuletzt aktualisiert: 19.07.2010 - 19:00Mönchengladbach (RPO). Am vergangenen Wochenende sind ein Fußballspieler und ein Trabrennfahrer zusammengebrochen und kurze Zeit später verstorben. Sportmediziner Dr. Michael Fritz erklärt, wie sich das Risiko solcher Tragödien senken lässt.
Der Tod traf sie ohne Vorwarnung: Am vergangenen Wochenende sind zwei Mönchengladbacher Amateursportler nach einem plötzlichen Zusammenbruch ums Leben gekommen. Die Todesursache ist in beiden Fällen unbekannt.
Ein 40-jähriger Fußballspieler von Rot-Weiß Hockstein starb am Freitag, nachdem der Notarzt versucht hatte, ihn eine Stunde lang wiederzubeleben. Der Mann war nach dem zehnminütigen Aufwärmen beim Training der Alten Herren plötzlich zusammengebrochen. Stefan von Ameln, 2. Vorsitzender und Mannschaftskamerad, traf später ein. „Ich kam mir vor, wie in einem schlechten Film. Das ist eine Tragödie.“ Er beschreibt den Verstorbenen als sportlichen Menschen, der regelmäßig trainierte.
Am Sonntag traf es einen 42-jährigen Trabrennfahrer. Er war nach seinem Rennen in den Stall gegangen, um sein Pferd zu versorgen. Dabei brach er zusammen. Auch dem Notarzt gelang es nicht, ihn wiederzubeleben. „Das war ein normales Rennen und er war ein erfahrener Fahrer“, sagt Werner Pietsch, Vorsitzender des Vereins zur Förderung des Rheinischen Trabrennsportes.
Sportmediziner Dr. Michael Fritz kennt viele Beispiele für solche unerwarteten Zusammenbrüche. „In den meisten Fällen liegt ein plötzlicher, unerwarteter Herztod vor“, sagt der Viersener Arzt. Betroffen sind häufig junge Sportler, aber auch Sportler über 40.“ Diese seien häufig nur vermeintlich gesund und bemerkten nicht, dass sie Durchblutungsstörungen oder Herzmuskelentzündungen haben.
„Um Risikofaktoren aufzudecken, sollten Sportler ab 40 unbedingt alle ein bis zwei Jahre zur Vorsorgeuntersuchung gehen“, sagt Fritz. Bleiben diese Faktoren unentdeckt, reichten schon Kleinigkeiten, um den Zusammenbruch auszulösen: das heiße Wetter, zu enge Kleidung, zu wenig Wasser. Besonders vorbelasteten Sportlern empfiehlt er, nicht bei großer Hitze Sport zu treiben, sich luftig anzuziehen, sich bei hohen Temperaturen Wasser über den Kopf zu schütten. Denn ein krankes Herz hat es schon unter normalen Umständen schwer. „Wenn der Motor dann unter verschärften Bedingungen richtig pumpen muss, ist das gefährlich.“
Stößt der Arzt durch die Vorsorgeuntersuchung – dazu gehört ein Belastungs-EKG – dann auf einen Herzfehler, bedeutet das aber nicht, dass der Patient keinen Sport mehr treiben darf. „Der Sport muss nur richtig angepasst werden.“ Dabei sind Sportarten von Vorteil, bei denen man die Belastung selbst steuern kann, zum Beispiel Laufen, Schwimmen und Nordic Walking.
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