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Mönchengladbach: Todesfahrt: Hatte Michel M. einen Beifahrer?

VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 05.05.2010 - 16:06

Möglicherweise saß Michel M. nicht alleine im Auto, als er auf der Gladbacher Straße den 26 Jahre alten Radfahrer aus Aachen anfuhr und dabei lebensgefährlich verletzte. Die Ermittler schließen auf jeden Fall nicht aus, dass der Rheindahlener noch Mitfahrer hatte.

Die Unfallstelle an der Gladbacher Straße.  Foto: RP
Die Unfallstelle an der Gladbacher Straße. Foto: RP

Das bestätigte am Mittwoch Polizeisprecher Willy Theveßen. Die Beamten haben mittlerweile eine Flugblattaktion gestartet, um neue Zeugen zu finden. Denn trotz zahlreicher Hinweise gibt es noch offenen Fragen im Zusammenhang mit dem tödlichen Unfall.

Beerdigung am Donnerstag

Am 28. April kollidierte der Radfahrer Bernd Seiffert auf der B 57 mit einem Auto. Der Fahrer des Wagens ließ den Schwerstverletzten einfach am Straßenrand liegen. Um 0.50 Uhr fanden Passanten das 26 Jahre alte Unfallopfer, das mit allerletzter Kraft noch durch ein Winken mit dem Arm auf sich aufmerksam machen konnte. Wenige Stunden später starb Bernd Seiffert im Krankenhaus. Am Donnerstag wird der 26-Jährige in Aachen beerdigt.

Aufgrund von Zeugenaussagen war es der Polizei drei Tage nach dem Unfall gelungen, den dringend tatverdächtigen Michel M. festzunehmen. In seiner Vernehmung räumte er den Unfall ein. Er habe nicht angehalten, um sich um den Verletzten zu kümmern, weil er keinen Führerschein besitzt, erklärte er den Vermittlern.

Michel M. sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft wegen fahrlässiger Tötung und versuchten Mordes. Doch möglicherweise haben sich noch mehr schuldig gemacht.

Zwar gingen bei der Ermittlungskommission bereits neue Hinweise ein, die den Abend vor der Tat betreffen. Trotzdem sucht die Polizei noch weitere Zeugen. Sie fragt: Wo hat sich Michel M. in der Zeit von Dienstag, 27. April, 19 Uhr, und Mittwoch, 28 April, 17 Uhr, aufgehalten? Hatte er Alkohol getrunken? Und: War er in Begleitung?

Geklärt werden soll auch noch die Frage, was mit dem Unfallauto, einem dunkelgrauen Mercedes Sprinter, nach dem Unfall (28. April, 0.50 Uhr, bis 1. Mai,15.30 Uhr) genau geschah. Sicher ist, dass jemand die Unfallspuren reparierte. So ist beispielsweise ein beschädigter rechter Außenspiegel ersetzt worden. Die Polizei hatte den Wagen in einer Halle nahe der Trabrennbahn gefunden.

Der Unfall hat die Öffentlichkeit stark bewegt. Bürger legten Blumen an die Unglücksstelle an der B 57 und stellten Kerzen auf. Die Familie des Unfallopfer erhielt Tausende Beileidsbekundungen. Weitere Hinweise zu dem Fall nimmt die Ermittlungskommission „B 57“ unter der Telefonnummer 02161 290 entgegen.


 
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