Mönchengladbach: Töpfermarkt hat sich etabliert
VON THOMAS GRULKE - zuletzt aktualisiert: 07.07.2008 - 10:02Mönchengladbach (RPO). Nach zwei Stunden gönnten sich Jakob und Lyn Alber ein Eis. Mehrere selbst getöpferte Würfel und Dosen sowie einen Salzstreuer hatten sie bereits verkauft. „Das haben wir von unseren Eltern gelernt“, erzählte Jakob. Während diese sich als professionelle Töpfer noch um Kunden bemühten, waren der Acht- und der Sechsjährige mit ihrer Bilanz bereits zufrieden. Nur noch zwei Schalen standen auf der Holzkiste der jüngsten Aussteller beim 5. Töpfermarkt auf Schloss Rheydt. „Wir sind das erste Mal in Rheydt und finden die Atmosphäre sehr schön“, sagte Mutter Reinhild Albers und vertrat damit die Meinung der meisten Aussteller.
Insgesamt 58 Keramiker, Töpfer, Künstler und Kunsthandwerker aus dem gesamten Bundesgebiet sowie dem benachbarten Ausland zeigten auf den Höfen und der Wallanlage des Schlosses ihre Arbeiten. Die Besucher bekamen neben Gebrauchsgegenständen wie Töpfe, Vasen oder Teller auch dekorative Kunst in Form von Tieren oder Springbrunnen angeboten. „Wir möchten für jeden Geschmack etwas dabei haben. Es ist wichtig, die richtige Mischung zu finden und im Modetrend zu liegen“, sagte Dr. Klaus Möhlenkamp.
Der Organisator hatte den kleinen Nachwuchs-Keramikern der Familie Alber spontan einen kleinen Stand zur Verfügung gestellt, ansonsten aber auf die Qualität der Aussteller geachtet: „Der Markt hat sich mittlerweile auf einem hohen Niveau etabliert.“ Interessierte mussten sich bei Möhlenkamp mit Bildern und Lebenslauf bewerben, rund 30 erhielten in diesem Jahr eine Absage. „Wir haben mit knapp 60 Ausstellern auf der Verkaufsfläche auch die Grenze erreicht. Das Publikum soll hier flanieren können“, sagte Möhlenkamp.
Mit Krefeld und Köln mithalten
Zu den Ausstellern der ersten Stunde in Rheydt gehört Kurt Glier aus Bad Driburg. „Der Markt hat sich gemacht, das fachkundige Publikum erhält ein vielfältiges Angebot. Und von der Kulisse können Märkte wie in Krefeld oder Köln nicht mithalten“, sagte der Fachmann. Zu den Profis gehört neuerdings auch Familie Görtz, die in Odenkirchen einen Keramik-Laden führt. „Für uns ist es in erster Linie Werbung“, erzählte Elisabeth Görtz, während sie an einer Vase arbeitete. Wie fast alle Aussteller ist die Familie am Wochenende zum ziehenden Volk geworden. Die große Töpfergemeinschaft als Wanderzirkus.
„Wir sind im Jahr auf rund 20 Märkten, da sind die Kinder eigentlich nur selten dabei“, sagte Reinhild Albers. Diesmal haben Jakob und Lyn aber gute Kasse gemacht. „Zu Hause möchten wir wieder einen Tag lang töpfern für den nächsten Markt“, sagte Jakob. Ein Eis zur Belohnung ist dann sicher auch wieder drin.
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