Mönchengladbach: Totes „Haus u r“ soll ins Museum
VON DIRK RICHERDT - zuletzt aktualisiert: 05.11.2007Mönchengladbach (RPO). Eine kleine Sensation verkündete Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff, Staatssekretär für Kultur des Landes NRW, gestern bei seinem Besuch im wiedereröffneten Museum Abteiberg. Er sei tief beeindruckt, wie hier „mit nix in de Täsch“, will sagen: mit ganz geringem Ankaufsetat (25 000 Euro pro Jahr), eine „staunenswerte Kunstsammlung“ erworben worden sei. „Das mutet an wie das reinste Wunder“, zeigte sich der Staatssekretär verblüfft. Dann bluffte Grosse-Brockhoff, indem er so tat, als sei vom Land nicht viel für das Abteibergmuseum zu erwarten: „Für Politiker ist es das Liebste: Man darf hier reden, hat aber zur Restaurierung keinen Cent beigetragen.“ Gleich danach ließ der Abgesandte der Düsseldorfer Staatskanzlei aber die Katze aus dem Sack: „Wir wollen den geplanten Ankauf des Kaffee-Zimmers aus dem Haus u r von Gregor Schneider unterstützen“, sagte Grosse-Brockhoff, ließ aber offen, mit welchem Geldbetrag dies geschehen soll.
Damit würde der bisher eher symbolisch mit Schneider-Fotos und ein paar Objekten bestückte Schneider-Künstlerraum im nächsten Jahr große Verdichtung erfahren. Das Museum besitzt bisher nur eine kleine Abstellkammer aus jenem legendären Haus, das der 38-jährige Rheydter Künstler seit etwa 20 Jahren immer wieder umbaut, in Ausstellungen wie bei der Biennale 2001 in Venedig oder im Museum of Modern Art in New York aufbaut und danach wieder heim in sein Elternhaus an der Unterheydener Straße transportieren lässt. Museumsleiterin Susanne Titz wünscht sich, wie sie nach der Rede des Kulturstaatssekretärs erklärte, das komplette „Tote Haus u r“ für das Museum Abteiberg zu erwerben. „Wenn alles gut geht, können wir bereits Ende Mai 2008 das Haus hier präsentieren“, verkündete die 43 Jahre alt Museumsdirektorin.
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