Mönchengladbach: Treffpunkt Klein-Emma
VON INGE SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 04.06.2008Mönchengladbach (RPO). Schon in aller Frühe kommen die ersten Kunden in den Laden von Birgit Mörs. Sie versorgen sich mit frischen Brötchen und der Zeitung, trinken einen leckeren Kaffee und plaudern. Danach kann der Tag beginnen.
Beckrath Es sind die wahrscheinlich kleinsten Schaufenster der Welt. Gerade einmal 80 Zentimeter breit und etwas mehr als einen Meter hoch, zeigen die beiden gläsernen Öffnungen in der Fachwerkfassade dennoch auf den ersten Blick, was Klein-Emma zu bieten hat. Nämlich – fast alles. Getränke, auch gekühlt, Kaffee, Reis, Nudeln, Knabbereien, Zeitschriften, Käse, Wurst, Quark, Eis, Tabakwaren, Grillgut und Panini-Bildchen: Gut sortiert und übersichtlich. Alles da. Und das ist genau das, was Birgit Mörs und ihr Lebensgefährte Sascha Keiser wollten, als sie vor einem Monat das kleine Geschäft an der Beckrather Dorfstraße im Herzen der Honschaft eröffneten, „unseren eigenen kleinen Tante-Emma-Laden, mitten im Dorf, für die Menschen im Dorf.“
Und die stehen dann auch schon mal um 6.30 Uhr vor der Tür, wenn Klein-Emma gerade erst erwacht. „Der eine holt Brot und Milch, der andere legt im Vorbeifahren einen kurzen Stopp ein, um sich bei uns die Zeitung und ein paar Zigaretten zu kaufen“, sagt Sascha Keiser. In der kleinen Küche belegt er den ganz frühen Kunden auch gern dann schon ein Brötchen und schüttet den ersten Kaffee des Tages auf. Mitten im kleinen Lädchen, am stabilen Stehtisch, stehen sie dann, reden, lesen und stärken sich. „Oft kehren hier in aller Frühe Handwerker ein, um sich mit dem Nötigsten für den langen Arbeitstag zu versorgen“, sagt Sascha Keiser.
Der Arbeitstag von Birgit Mörs und Sascha Keiser ist allerdings auch alles andere als kurz. An den Wochentagen öffnen sie ihre Klein-Emma schon um 6.30 Uhr, dann geht es – mit einer zweistündigen Mittagspause – durch bis um 19.30 Uhr. Auch samstags und sonntags sind die beiden für ihre Kunden da. „Da wir den Status einer Trinkhalle haben, dürfen wir an allen Tagen öffnen“, sagen sie.
Vor allem die Beckrather Kinder lieben den Treffpunkt an der Dorfstraße. Sie kaufen Süßigkeiten – so wie früher – einzeln abgezählt aus dem Glas. Und ihre geliebten Panini-Bildchen. „Die für die Europameisterschaft und die High School-Musical-Sammelbilder sind die Renner“, sagt Sascha Keiser. Handykarten führt Klein-Emma selbstverständlich auch.
Birgit Mörs und ihr Lebensgefährte wissen, dass auch die älteren Beckrather das Angebot im Lädchen schätzen: „Sie müssen nicht mehr umständlich mit dem Bus nach Wickrath fahren. Die Lebensmittel für den täglichen Bedarf finden sie auch bei uns.“ Mutig finden sie sich selbst, die beiden Geschäftsleute. Aber sie sagen auch: „Wir haben uns einen Traum erfüllt.“ Und die Beckrather drücken ihnen die Daumen: „Haltet durch!“
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum





