Mönchengladbach: Trotz Verletzung: Püllen tritt bei Wahl an
VON RALF JÜNGERMANN UND GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 21.08.2009Mönchengladbach (RPO). Der bei der Bluttat in Amern schwer verletzte Ratsherr Bernd Püllen hat die Operation im Bethesda-Krankenhaus gut überstanden. Erich Oberem, Fraktionsvorsitzender der FWG, ist fest davon überzeugt, dass Püllen wie geplant in Giesenkirchen für die Freien Wähler antritt: "Daran gibt es für mich keinen Zweifel", sagte Oberem unserer Redaktion.
Püllen habe bis Oktober Zeit, sich zu erholen. Denn erst dann nimmt der neue Rat seine Arbeit auf. "Bis dahin ist er mit Sicherheit wieder auf dem Damm." Püllen war bei dem Amoklauf des 71-jährigen Rentners aus Unna durch Schüsse in Bauch und Gesicht schwer verletzt worden. Drei Männer starben in dem Einfamilienhaus.
Der mutmaßliche Täter, gegen den mittlerweile Haftbefehl wegen dreifachen Mordes und Mordversuchs erlassen wurde, ist in die Justizvollzugsanstalt nach Düsseldorf verlegt worden. Laut Staatsanwalt Stefan Lingens hat der 71-Jährige mehrere Krankheiten und muss deshalb verschiedene Medikamente nehmen. Im Düsseldorfer Gefängnis wird er medizinisch versorgt.
Die Ermittlungen am Tatort gehen derweil weiter. Auch Mönchengladbacher Polizisten sind mit bei der Spurensicherung. "Außerdem werden wir noch einmal versuchen, den Beschuldigten zu vernehmen", sagt Lingens. Der Mann schweigt zurzeit. Sein Pflichtverteidiger habe ihm dazu geraten. Der Anwalt will erst die Akten zu dem Blutbad einsehen.
Bernd Püllen wurde offenbar von einem Streifschuss im Gesicht getroffen. Zeugen berichteten, er sei mit der Hand an der blutenden Wange durch das Erdgeschoss des Hauses gelaufen. Im Bethesda-Krankenhaus, das eine Spezialbteilung für Kiefer- und Gesichtschirurgie hat, wurde Püllen zwei Stunden operiert. Schon gestern lag er nicht mehr auf der Intensivstation. Möglicherweise wird der 50-Jährige das Krankenhaus schon in einer Woche wieder verlassen können. Bernd Püllen wird im Moment noch abgeschirmt. Besuchen können ihn ausschließlich Verwandte.
Die CDU Giesenkirchen kündigte an, den Wahlkampf bis Ende der Woche auszusetzen. Das gebiete der Respekt. Die FWG sieht in Püllen einen der aussichtsreichsten Kandidaten ein Direktmandat zu gewinnen. In Giesenkirchen wird als Folge des missglückten Versuchs, einen Sportplatz in ein Baugebiet umzuwandeln, mit vielen unzufriedenen CDU-Wählern gerechnet.
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