Mönchengladbach: Überfallserie auf Spielhallen
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 27.04.2010Mönchengladbach (RPO). Schon siebenmal haben bewaffnete Täter in diesem Jahr Spielhallen ausgeraubt. So viele Überfälle gab es noch nie. Einen Räuber hat die Polizei bereits geschnappt. Nach den anderen wird noch gefahndet.
Alle waren bewaffnet, alle sorgten für Minuten der Angst. Siebenmal wurden in diesem Jahr schon Spielhallen überfallen. Eine solche Häufung hat es bis jetzt noch nicht gegeben. "2003 und 2004 hatten wir jeweils einen Spielhallen-Überfall im ganzen Jahr, von 2006 bis 2009 waren es je vier oder fünf", sagt Polizeisprecher Jürgen Lützen.
Jetzt sind es schon sieben in weniger als vier Monaten. Immerhin: Zwei Raube konnte die Polizei bereits klären. Ein 16-jähriger, bis dahin kaum aufgefallener Junge soll am 16. März die Spielhalle an der Neusser Straße und drei Tage später eine Spielhalle an der Krefelder Straße beraubt haben. Der 16-Jährige aus Neuwerk hatte seine Opfer mit einer Gaspistole bedroht.
Maskiert und bewaffnet
Der erste Spielhallen-Überfall in diesem Jahr ereignet sich in Odenkirchen. Am 20. Januar stürmen zwei Männer gegen 1 Uhr in die Räume am Laurentiusplatz. Sie bedrohen die Aufsicht und einen Gast mit einer Pistole und fordern Geld. Beide Männer tragen bei dem Überfall Gesichtsmasken, Handschuhe und dunkle Kleidung. Einer hat einen auffälligen gelb-weißen Rucksack dabei. Beide sollen etwa 1,75 Meter groß sein.
Am 12. Februar ist die Spielhalle am Stockholtweg in Rheydt der Tatort. 22.30 Uhr: Zwei Männer bedrohen die verängstigte Spielhallen aufsicht mit einer Waffe. Sie flüchten mit ein paar hundert Euro. Die Täterbeschreibung: Einer ist zirka 1,75, der andere 1,90 Meter groß. beide trugen dunkle Schals vor den Gesichtern.
Nach den beiden geklärten Raubüberfällen im März folgt Spielhallen-Überfall Nummer fünf: Ein 1,65 Meter großer Mann mit einer grün-weißen Jacke betritt am 9. April gegen 22.15 Uhr die Spielhalle Vegas-World an der Hindenburgstraße. Es folgt das sich immer wiederholende Schema: Unter Vorhalt einer Waffe wird Geld verlangt. Auch dieser Täter – vermutlich Südländer – kann entkommen.
Ähnliches geschieht am 16. April in der Spielhalle an der Friedensstraße in Rheydt. Nur diesmal sind es zwei Täter, die gegen 22.45 Uhr eine 48-jährige Angestellte überfallen und mit der Waffe bedrohen. Auch sie erbeuten Geld, auch sie können flüchten. Augenzeugen beschreiben die Täter so: Einer ist etwa 1,60 Meter groß und hat eine dickliche Figur. Sein Komplize ist zehn Zentimeter größer und war am Tattag in einer grauen Jogginghose unterwegs. Beide hatten Strickmützen mit Sehschlitzen über den Kopf gezogen. Die Räuber sollen sich auf Türkisch unterhalten haben.
Möglicherweise dieselben Täter schlugen am vergangenen Wochenende erneut zu. Am Sonntag um 0.20 Uhr betreten ein 1,75 bis 1,80 Meter großer Mann und ein deutlich kleinerer Komplize die Spielhalle Monte Carlo an der Stepgesstraße. Die beiden Täter bedrohen zunächst drei Gäste, dann drängen sie den Angestellten von der Kasse weg und räumen sie leer. Beide Täter sind mit Wollmützen maskiert und sprechen Deutsch mit südländischem Akzent.
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