Mönchengladbach: Uhlers Absturz
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 14.05.2008Mönchengladbach (RPO). Nun wenden sich auch die ehemaligen Gefolgsleute von Peter Uhler ab. Der Vorstand der CDU Rheydt-Mitte nominierte Uhler nicht als stellvertretenden CDU-Vorsitzenden für den neuen Stadtbezirk Süd – und das einstimmig.
Der Absturz von Peter Uhler gewinnt an Rasanz. Nur drei Tage, nachdem er von den Mitgliedern als Vorsitzender der CDU Rheydt-Mitte abgewählt wurde, hat ihm der neue Vorstand in seiner konstituierenden Sitzung nun ein weiteres Amt verbaut. Das Gremium wählte einstimmig den Ratsherrn Joachim Roeske als Kandidat für den stellvertretenden Vorsitz des neuen Stadtbezirksverbandes Mönchengladbach-Süd. Überraschend war dabei die Eindeutigkeit des Votums: Kein einziger der zwölf Anwesenden sprach sich für Uhler aus – und das obwohl sechs der Anwesenden bis dato dem Uhler-Lager zugerechnet worden waren.
Das Votum ist die Reaktion auf ein wochenlanges Hick-Hack innerhalb der CDU Rheydt-Mitte. Dabei gelang es Uhler nicht, zwei sich zunehmend unversöhnlich gegenüber stehende Lager zu einen. Nach seiner Abwahl griff Uhler seinen Nachfolger Wolff als ferngesteuert an. Das brachte offenbar das Fass endgültig zum Überlaufen.
Nachdem der neue Vorsitzende Wolfgang Wolff in der Sitzung über Uhlers Ansinnen, für den Süd-Vorstand zu kandidieren, berichtet hatte, meldete sich kein einziger Befürworter zu Wort. „Es gab nicht nur keine kontroverse Diskussion, es gab gar keine Diskussion“, berichtet Joachim Roeske, der einstimmig gewählt wurde. Er tritt nun heute Abend bei der konstituierenden Sitzung des neuen Stadtbezirksverbands in der Burggrafenhalle als Kandidat für den stellvertretenden Vorsitz an.
Insider schließen nicht aus, dass Uhler heute Abend bei der Mitgliederversammlung trotz des Votums seines eigenen Stadtbezirksverbandes anzutreten versucht. Allerdings glaubt niemand mehr , dass er damit Erfolg haben könnte. Dr. Klaus Przybilla, der schon unter Uhler im Vorstand saß, formuliert es so: „Mein politischer Instinkt sagt mir, dass er damit auf die Nase fallen würde.“ Horst Hübsch, Bezirksvorsteher von Rheydt-West, sieht es genau so: „Ich bin überzeugt, dass die Mitglieder so entscheiden werden, wie es der Vorstand vorschlägt. Das wird eine ruhige und sachliche Sitzung.“
In der Burggrafenhalle wird heute Abend aller Voraussicht nach Karl-Heinz Schiffer zum Vorsitzenden des Stadtbezirksverbands Süd gewählt. Über das Amt des Bezirksvorstehers wird nicht abgestimmt. Es läuft jedoch alles auf Renate Zimmermanns, bisher Bezirksvorsteherin von Odenkirchen, hinaus. Sie hat sich allerdings noch nicht erklärt, ob sie zur Verfügung steht.
In der CDU wird bereits offen darüber spekuliert, dass Uhler, der nach dem Ausscheiden von Dr. Hans Walter Hütter zum Vorsitzenden des Kulturausschusses gewählt worden war, 2009 kaum Chancen auf ein neues Ratsmandat haben dürfte. Kommentar
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