Mönchengladbach: Unfallflucht: Fahrer stellt sich
VON JAN SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 02.01.2012Mönchengladbach (RP). Eine 19-Jährige stirbt, ein 20-Jähriger schwebt in Lebensgefahr, ein Mann wird beim Feuerwerk angefahren, ein Taxi verunglückt und ein Pkw rammt einen Streifenwagen: Das ist die verheerende Unfallbilanz des Wochenendes.
Es ist so etwas wie ein kleiner Lichtblick nach einem Wochenende mit vier teils schweren und außergewöhnlichen Unfällen: Ein 20-jähriger Mönchengladbacher, der in der Silvesternacht auf der Aachener Straße einen 40-Jährigen angefahren und danach Unfallflucht begangen haben soll, hat sich am Sonntag gegen 17 Uhr auf der Polizeiwache in Rheydt gestellt.
Bis in den Abend hinein wurde der junge Mann verhört, sein Fahrzeug sichergestellt. "Der Mann hat zugegeben, an dem Vorfall beteiligt gewesen zu sein", hieß es am Abend seitens der Polizei. Ob er zum Zeitpunkt des Unfalls möglicherweise betrunken war, ließ sich da allerdings schon nicht mehr prüfen.
Das Unfallopfer, das auf der Fahrbahn der Aachener Straße Silvesterkracher zünden wollte, war hinter der Kreuzung zu Kar- und Kabelstraße kurz nach Mitternacht von einem Kleinwagen erfasst und durch die Luft geschleudert worden, beobachtet von einer ganzen Reihe von Zeugen, darunter seiner Ehefrau. Der Fahrer setzte seine Fahrt ohne abzubremsen in Richtung Ortsausgang fort. Zunächst wurde bei dem 40-Jährigen von Lebensgefahr ausgegangen, gestern Nachmittag war dann aber klar: Er ist mit Brüchen im Beinbereich davongekommen.
Verkehrstote
Neun Todesopfer Mit der verstorbenen 19-Jährigen vom Samstag summiert sich die Zahl der Verkehrstoten des Jahres 2011 auf neun. Das sind zwei mehr als in den vorangegangen vier Jahren zusammen.
Schwerverletzte Auch die Zahl der Schwerverletzten im Straßenverkehr ist gestiegen. Bis Ende November waren es 178 – 15 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Kontrollen Die Polizei hat die Tempokontrollen bereits ausgeweitet.
Weit weniger Glück hatte eine junge Frau, die nach einem schweren Unfall, der sich bereits am Samstagnachmittag in Eicken ereignete, noch an der Unglücksstelle ihren schweren Kopfverletzungen erlag. Auch der 20-jährige Fahrer, dessen Wagen mit einem anderen Pkw kollidiert war und durch die Wucht des Aufpralls gegen einen Baum geschleudert wurde, erlitt schwerste Verletzungen. Sein Zustand war gestern Abend kritisch.
Der Unfall geschah kurz vor 16 Uhr an der Kreuzung Hohenzollernstraße/Eickener Höhe. Dort stieß der Audi eines 38-jährigen Gladbachers, der auf der Hohenzollernstraße in Richtung Eicken unterwegs war, frontal mit dem von links kommenden Nissan des 20-Jährigen zusammen.
Wer dabei möglicherweise viel zu schnell unterwegs war, stand gestern noch nicht abschließend fest – lediglich, dass der Nissan durch den Aufprall ins Schleudern geriet und mit hoher Geschwindigkeit gegen einen Baum am rechten Straßenrand prallte.
Die Feuerwehr konnte nur noch den Fahrer mit schwerem Rettungsgerät schwerstverletzt retten. "Weil es bereits dunkel wurde, war ein Transport mit einem Rettungshubschrauber nicht mehr möglich", hieß es gestern von der Leitstelle. Diese könnten im Winter nur bis 16 Uhr eingesetzt werden. Der 20-Jährige wurde zur Stabilisierung folglich zunächst in ein nahes Krankenhaus transportiert. Der Audi-Fahrer wurde leicht verletzt.
Am frühen Neujahrsmorgen gegen 6.30 Uhr kollidierten an der Kreuzung von Krefelder Straße und L 390 ein Taxi und ein entgegenkommender Opel Corsa. Wie die Polizei meldete, wurden von den vier Insassen des Corsa zwei schwer und zwei leicht verletzt. Die drei Insassen des Taxis kamen mit leichten Blessuren davon. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen.
Glück im Unglück wiederum hatten am Samstagmorgen zwei Polizisten, die selbst zu Unfallopfern wurden. Die 29- und 53-jährigen Beamten waren mit normaler Geschwindigkeit auf dem Weg zu einem Einsatz, als ihr Streifenwagen beim Abbiegen von der Humboldtstraße nach links in die Kaiserstraße vom Pkw einer 61-Jährigen gerammt wurde. Offensichtlich hatte diese die Rechts-vor-Links-Regel missachtet.
Alle drei Beteiligten wurden leicht verletzt, Schlimmeres wurde laut Polizei dadurch verhindert, dass alle Sicherheitsgurte angelegt waren und alle Airbags auslösten. Die Beamten konnten ihren Dienst trotzdem zunächst nicht wieder aufnehmen. Der Sachschaden beträgt rund 17 000 Euro.
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