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Mönchengladbach: Unterricht trotz Morddrohung

VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 11.01.2011 - 22:05

Mönchengladbach (RPO). Am Hugo-Junkers-Gymnasium soll nach der Brandstiftung und der Amokdrohung heute wieder der Unterricht beginnen. Die Polizei geht von keiner konkreten Gefährdung aus, will in der Schule aber Präsenz zeigen.

Brandschäden an der Fassade des Hugo-Junkers-Gymnasiums: Gestern wurden die Ergebnisse einer Gefährdungsanalyse vorgestellt.   Foto: RPO
Brandschäden an der Fassade des Hugo-Junkers-Gymnasiums: Gestern wurden die Ergebnisse einer Gefährdungsanalyse vorgestellt. Foto: RPO

Für Schulleiter Wolfgang Bremges und seine Kollegen waren die vergangenen Tage nicht einfach. Doch nun müsse man langsam wieder zur Normalität zurückfinden, sagt Bremges. Nach der Brandstiftung und der Morddrohung soll am Hugo-Junkers-Gymnasium heute wieder der Unterricht starten. "Uns war wichtig, dass wir ohne Risiko beginnen können", sagt Bremges. Es habe viele Gespräche mit der Polizei gegeben. Die hat gestern die Ergebnisse einer Gefährdungsanalyse vorgestellt. Und danach seien weder Schüler noch Lehrerpersonal einem konkreten Sicherheitsrisiko ausgesetzt.

Drohungen nicht verharmlosen

Trotzdem will die Polizei in den kommenden Tagen Präsenz in der Schule zeigen. Wie Polizeisprecher Jürgen Lützen mitteilt, werden Uniformierte und Zivilkräfte anwesend sein. Dies geschehe auch, weil das Sicherheitsgefühl von Schülern, Eltern und Lehrern durch die Geschehnisse in den vergangenen Tagen stark beeinträchtigt wurde.

In der Nacht zu Montag wurde im Hugo-Junkers-Gymnasium an drei Stellen Feuer gelegt. Auf Wände im Treppenhaus schrieb der mutmaßliche Brandstifter: "Donnerstag oder Freitag stirbt jemand." Außerdem fanden Einsatzkräfte auf dem Schreibtisch eine von Schülern konfiszierte, nachgemachte Maschinenpistole.

Niemand wolle die Drohungen verharmlosen, sagt Wolfgang Bremges. Aber man wolle sich auch nicht in Panik versetzen lassen. Auch am Donnerstag und Freitag soll ganz normaler Unterricht stattfinden.

Heute werden laut Bremges alle Schüler zunächst in Klassenleiter- und Tutorenstunden ausgiebig über die Geschehnisse und bisherigen Ermittlungsergebnisse informiert. "Anschließend können die Schüler sich zu den Geschehnissen äußern und ihre möglichen Bedenken oder Ängste äußern", sagt der Schulleiter. Auch der schulpsychologische Dienst werde für Gespräche zur Verfügung stehen.

Die Schulpflegschaft unterstützt die Entscheidung der Schulleitung und appelliert an alle, sich nicht an Gerüchten und im Internet verbreiteten Verdächtigungen zu beteiligen. Dort war angeblich schon der Name eines möglichen Täters genannt worden.

Jürgen Lützen erklärte gestern entschieden: "Auch wenn die Ermittlungen auf Hochtouren laufen, gibt es noch keinen Tatverdächtigen." Heute werden in den Klassenräumen des Hugo-Junkers-Gymnasiums Plakate ausgehängt, auf denen die Polizei um Mithilfe aus der Schülerschaft bittet. Darauf wird auch gefragt: "Sind Personen bekannt, die sich in der Vergangenheit aggressiv und negativ über die Schule geäußert haben? Außerdem wird nach dem Verbleib der drei gestohlenen Laptops gefahndet.

Im Internet kündigten viele Schüler an, nicht in die Schule zu kommen, so lange der Täter nicht gefasst ist. Wolfgang Bremges dazu: "Ich kann niemanden zwingen, in dieser Situation zum Unterricht zu kommen. Aber ich glaube, je eher man nach diesem Schock zur Normalität zurückkehrt desto besser."

Quelle: RP

 
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