Mönchengladbach: Unterricht vom Nobelpreisträger
VON ANDREAS BUCHBAUER - zuletzt aktualisiert: 11.11.2006Mönchengladbach (RPO). Der Physik-Nobelpreisträger Professor Dr. Theodor W. Hänsch war gestern auf Einladung des Initiativkreises in der Stadt. Am Nachmittag sprach er im Haus Erholung vor 120 Schülern. Ein faszinierender Physikunterricht.
Der Physikunterricht in der Schule ist bisweilen eine Art Puzzlespiel: auf den ersten Blick abstrakt und nicht immer ganz einfach. Vor allem aber ist Physik enorm faszinierend. Und zwar immer dann, wenn sich aus zunächst grauer Theorie ein handfester Realitätsbezug herstellen lässt. Dies gelang Prof. Dr. Theodor W. Hänsch auf beeindruckende Weise. Der Physik-Nobelpreisträger von 2005 sprach gestern Nachmittag im „Haus Erholung“ vor 120 Gladbacher Schülern zum Thema „Was wird Licht“.
„Er hat ein sehr komplexes Thema gut verständlich rübergebracht“, fand Marcel Modes (17), der in die zwölfte Klasse am Gymnasium Gartenstraße geht. Sein Physiklehrer Dr. Richard Klouth war von Hänschs Ausführungen ebenfalls angetan und sah diese als eine Art „Inhaltsverzeichnis“ der Themen, die bis zum Abitur auf dem Stundenplan stehen. „Die Schüler haben gesehen, worauf der Physikunterricht hinausläuft.“
Appetit in Sachen Licht
Der Vortrag des Nobelpreisträgers lieferte folglich auch einen Vorgeschmack auf das, was die Schüler in den nächsten anderthalb Jahren erwartet. „Ich bin gespannt, wie oft wir noch von diesem Vortrag profitieren werden“, sagte Laura Junge (17). Ebenso wie die anderen Schüler sieht sie das, was der Volksmund halt einfach und grob als „Licht“ bezeichnet, fortan mit geschärftem Blick. Auch weil Hänsch, den der Initiativkreis in seiner Reihe „Nobelpreisträger in Mönchengladbach“ eingeladen hatte, mitunter als „Lichtzauberer der Physik“ bezeichnet wird.
Für seinen „Beitrag zur Entwicklung von laserbasierter Präzisions-Spektroskopie“ hatte die Königlich Schwedische Akademie den gebürtigen Heidelberger geehrt – zusammen mit den US-Amerikanern John L. Hall und Roy J. Glauber. Im Fokus stand dabei der von Hänsch entwickelte „Frequenzkamm“. Dabei handelt es sich um ein Messgerät für alle Frequenzen von Licht. Ihre Entscheidung begründete die Jury damals damit, dass Hänsch und seine Kollegen einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis dessen leisteten, was Licht überhaupt ist.
Doch Hänsch vermittelte den Schülern nicht nur sein Wissen von Licht, Atomen und Frequenzen. Er sprach aus, was das wichtigste Element aller Forschung ist: eine gesunde Neugier.
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