kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Mönchengladbach: Vater erstickte eigenes Baby

VON INGRID KRÜGER - zuletzt aktualisiert: 06.05.2008

Mönchengladbach (RPO). 17 Jahre blieb das Verbrechen unentdeckt. Im Gefängnis kam es ans Licht. Da erzählte ein wegen sexuellen Kindesmissbrauchs Verurteilter, wie er seinen sechs Wochen alten Sohn ins Kissen drückte und so tötete.

In einem Mönchengladbacher Krankenhaus tötete der Vater vor 17 Jahren seinen sechs Wochen alten, schwer kranken Sohn. Gestern wurde er dafür verurteilt.  Foto: RPO
In einem Mönchengladbacher Krankenhaus tötete der Vater vor 17 Jahren seinen sechs Wochen alten, schwer kranken Sohn. Gestern wurde er dafür verurteilt. Foto: RPO

Im vergangenen Jahr entschloss sich der heute 39-Jährige, endlich reinen Tisch zu machen. Er offenbarte sich im Gefängnis einer Sozialarbeiterin und einer Psychologin.

„Ich habe über mein Leben nachgedacht. Da war so vieles falsch gelaufen“, erinnerte sich gestern der Mann auf der Anklagebank, der damals und noch immer eine längere Haftstrafe wegen sexuellen Kindesmissbrauchs verbüßt. Er sei völlig zusammengebrochen und habe nur noch daran gedacht, diese „Tat aufzuarbeiten“.

„Es war eine Kurzschlussreaktion“

Dann wiederholte der Witwer vor Gericht das Geständnis, das er bereits in der Gefängniszelle abgegeben hat. Am 6. November 1990 kam dessen Sohn im Mönchengladbacher Elisabeth-Krankenhaus zur Welt. „Er wurde tot geboren und wieder belebt“, so der 39-Jährige gestern. Der Säugling litt an einer Muskelerkrankung und habe eine Lebenserwartung von „maximal ein bis zwei Jahren“, hatten die Ärzte den Eltern damals gesagt. Das schwer kranke Kind musste mehrmals nach einem Herzstillstand wiederbelebt werden. „Lebensverlängernde Maßnahmen wollten wir ablehnen“, erinnerte sich der Vater.

Info

Was noch wichtig ist

Totschlag im minder schweren Fall In diesem Fall sieht der Gesetzgeber eine Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren vor.

Totschlag im Regelfall Wer einen Menschen tötet, ohne Mörder zu sein, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bis zu 15 Jahren bestraft.

In besonders schweren Fällen ist auf lebenslange Freiheitsstrafe zu erkennen.

Am 17. Dezember 1990 war der Angeklagte mit dem Säugling allein im Krankenzimmer der Kinder-Intensivstation. „Da hatte ich diese Kurzschlussreaktion. Aber ich wollte dem Kind langes Leiden ersparen“, so der Täter gestern im Schwurgerichtssaal kaum vernehmbar. Er drückte das Köpfchen des kleinen Jungen nach unten in das Kissen und verließ anschließend den Raum.

Etwa 15 Minuten stand er mit seiner Frau vor dem Eingang des Krankenhauses. Dann betraten die Eltern erneut das Krankenzimmer und riefen die Schwester. Die Frau hob den leblosen Säugling aus dem Bettchen und informierte den Arzt. Eine Herzmassage blieb ohne Erfolg. Die Mediziner bescheinigten eine natürliche Todesursache. Es gab damals keinen Verdacht und keine Untersuchung.

Während einer Sozialtherapie in der Haft konnte der Täter nicht mehr schweigen. Nach dem späten Geständnis in der Justizvollzugsanstalt Willich klagte die Staatsanwaltschaft den vorbestraften Kindesvater wegen Totschlags im minder schweren Fall an. „Ich bin ein trockener Alkoholiker“, erklärte der Angeklagte und verwies dabei auf massive Probleme in der Vergangenheit. Vor fünf Jahren sei seine Frau durch einen Unfall ums Leben gekommen.

Gestern gab es für den 39-Jährigen die juristische Quittung für die Tat vor 17 Jahren. Die Mönchengladbacher Richter mussten eine achtjährige Haftstrafe, 2006 wegen sexuellen Kindesmissbrauchs verhängt, in das neue Urteil einbeziehen. Am Ende gab es eine Strafe von elf Jahren Haft, die der Angeklagte sofort akzeptierte.

Quelle: RP

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Polizei hofft auf Videomaterial aus Aachen

Jugendliche verprügeln Frauen in Mönchengladbach

Polizei hofft auf Videomaterial aus Aachen

Nach der brutalen Attacke auf zwei Frauen im Mönchengladbacher Hauptbahnhof an Pfingsten hofft die Bundespolizei, dass die Auswertung von V ... mehr 

Gelderns große Gaudi

Geldern

Gelderns große Gaudi

Volksfeststimmung in der alten Herzogstadt: Die Pfingstkirmes lockt die Besucher in Scharen ... mehr 

Vom Niederrhein
Aus der Region

Jugendliche verprügeln Frauen in Mönchengladbach

Polizei hofft auf Videomaterial aus Aachen

Mönchengladbach

Heiratsflucht nach Dänemark

Transfergerüchte in Gladbach

Wer geht mit Borussia auf Europa-Reise?

Video

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Trailer "James Bond Skyfall"

In dem neustens Fall wird Bonds Loyalität seiner Chefin M gegenüber auf eine harte Probe gestellt, als seine Vorgesetzte von ihrer ... mehr 

Aus der Nachbarschaft
Anzeige

Warsteiner Hockeypark

Rock the nation 2012

FP Hockeypark

Nach dem großen Erfolg 2011 kommt die ROCK THE NATION Festival-Tournee auch 2012 für fünf Tagesfestivals zurück in die Arenen Deutschlands. mehr 

Meistgelesen

Mönchengladbach

Täter ist Polizei kein Unbekannter

Jugendliche haben im Mönchengladbacher Hauptbahnhof zwei Frauen brutal zusammengeschlagen. Die beiden 35- und 39-jährigen Opfer kamen blutüberströmt ins Krankenhaus. Einen 15-jährigen Schläger erwischte die Polizei – die Staatsanwaltschaft ließ ihn ... Von Ralf Jüngermann und Ulli Tückmantel  mehr

 

Borussia Mönchengladbach

Ter Stegens Albtraum

 

Mitglieder bei Hertha entscheiden heute

Fortuna – Ende der Prozessflut?

 

Düsseldorfer Elbsee

Mann stirbt bei Badeunfall

 

Gebäude eingestürzt

Mehrere Tote bei Erdbeben in Italien

Meistkommentiert

Im Strudel der Schuldenkrise

Finanzmärkte wetten auf Pleite Spaniens

Ministerpräsident Rajoy zweifelte am Montag daran, ob Spanien sich auf Dauer selbstständig finanzieren kann. Zu teuer wird die Rettung der Banken. Prompt schnellten Spaniens Zinsen auf 6,5 Prozent hoch. von Antje Höning  mehr

 

Kritik an der Reform der Verkehrssünderkartei

"Ramsauer veranstaltet ein Durcheinander"

 

Bundespräsident auf Israel-Reise

Die heikle Mission des Joachim Gauck

 
 

Stoffeler Friedhof

Witwe auf Friedhof beraubt

Mehr nachrichten aus Mönchengladbach

Jugendliche verprügeln Frauen in Mönchengladbach

Polizei hofft auf Videomaterial aus Aachen

Nach der brutalen Attacke auf zwei Frauen im Mönchengladbacher Hauptbahnhof an Pfingsten hofft die Bundespolizei, dass die Auswertung von Videomaterial in Aachen Aufschlüsse zur Tat geben. Von Gabi Peters und Urs Lamm  mehr

 

Mönchengladbach

Heiratsflucht nach Dänemark

Es gibt Paare, die ohne eigene Schuld nicht im Mönchengladbacher Standesamt heiraten dürfen. Sie müssen eigens zur Eheschließung nach Dänemark fahren. Betroffene erzählen, wie sie sich in Skandinavien trauen ließen. VON Inge Schnettler  mehr

 

Unges Pengste 2012

Kaiserwetter für zwei Könige

 
 

Mönchengladbach

Ein Bayer unter Schützen

 

Mönchengladbach

"Die Hemmschwelle sinkt"

 
Anzeige:
Restaurant-Tipps für Gladbach


Bilder aus Mönchengladbach
 

RP ONLINE-Seminarreihe

So werden Sie bei Google gefunden

bornewasser.jpg

Unsere kompetenten Referenten zeigen Ihnen die Tricks der Suchmaschinen und sorgen dafür das Sie besser und schneller gefunden werden. mehr 

Familienanzeigen
TOP-SERVICES
Regio Extras