Mönchengladbach: Verhindern Käuze den Parkplatz?
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 27.05.2009Mönchengladbach (RPO). Eine neue Straße zwischen Kaldenkirchener Straße und Viersener Straße – die Stadt prüft, ob diese Trasse möglich ist. Sie ist nach Meinung von Politikern notwendig, damit das geplante Großklinikum am Standort von St. Franziskus an der Viersener Straße gut erreichbar ist.
Die Zuschauerränge im Rheydter Ratssaal waren dicht besetzt, und ein Plakat kündete davon, dass viele Bürger die Nase voll haben, weil sie unter zu viel Verkehr auf ihren Straßen leiden. Doch dann verschwand der Tagesordnungspunkt, der die meisten Zuhörer interessierte, von der Tagesordnung des Bau- und Planungsausschusses: Der Verkehrsentwicklungsplan wird erst zu einem späteren Zeitpunkt weiter diskutiert. Und auch die Frage, ob Aldi an der Hofstraße bauen darf, war in der gestrigen Sitzung nicht Thema, sondern ist es erst am Dienstag, 9. Juni. Übrig blieben dennoch einige heiße Eisen.
Parkplatz für Großklinikum
Ein Parkplatz mit 288 Stellplätzen soll an der Viersener Straße neu gebaut werden. Die Maria Hilf GmbH führt drei Krankenhäuser auf dem Gelände des Krankenhauses St. Franziskus an der Viersener Straße zusammen und benötigt für mehr Besucher und mehr Mitarbeiter auch mehr Parkraum. Der soll auf der anderen Seite der Viersener Straße entstehen. Dagegen sind viele Anwohner der Viersener Straße, und auch bei SPD und FWG regt sich neuer Widerstand. Die Politiker bezweifeln, ob die vorhandenen Straßen überhaupt ausreichen, um das Großklinikum anzufahren. Immerhin scheint auch die Verwaltung bei dieser Frage umzudenken: Der Bau einer zusätzlichen Trasse von der Kaldenkirchener Straße zur Viersener Straße wird untersucht. Und auch der geplante Parkplatz ist noch nicht hundertprozentig sicher.
Angeblich sollen Steinkäuze auf dem Gelände nisten. Weil die Vogelart unter Schutz steht, könnte dies das Aus für den Parkplatz bedeuten – falls sich dies bestätigt. Stellplätze für Polizeipräsidium In der gestrigen Sitzung stellten Mitarbeiter des Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes den Plan für das neue Polizeipräsidium an der Krefelder Straße zwischen Dammer Straße und Landesstraße 390 vor. Den wunden Punkt entdeckten die Politiker sofort, obwohl die Planer ihn sorgsam umgingen: Es wird bezweifelt, ob die 310 Stellplätze für mehr als 800 Polizeibeamte und für den Fuhrpark der Polizei ausreichen. Da man das Projekt an diesem Standort will und die Behörde nicht verprellen will, soll ein städtebaulicher Vertrag die Stellplatzfrage regeln. Denn die Anwohner sollen nicht am Ende die Leidtragenden sein, weil ihre Parkplätze von Mitarbeitern des Polizeipräsidiums belegt sind.
Neuer Nahverkehrsplan
Er soll 600.000 Euro kosten und ist dringend erforderlich: Die Stadt benötigt einen neuen Nahverkehrsplan. Der Grund: Es gibt völlig veränderte Fahrgastzahlen für Bus und Bahn. Sie sind drastisch angestiegen, aber das Netz trägt diesem Umstand nicht Rechnung. Vor allem der Schülertourismus boomt und wird auch in Zukunft trotz sinkender Schülerzahlen nicht abnehmen. Um die Qualität zu sichern, muss ein Konzept entwickelt werden, das unter Umständen die Buslinien neu ausrichtet.
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