Mönchengladbach: Verregneter Schlussverkauf
VON CAROLA SIEDENTOP - zuletzt aktualisiert: 22.07.2008Mönchengladbach (RPO). Der kalte Sommer und eine allgemeine Konsumflaute machen dem Einzelhandel zu schaffen. Die Lager mit Sommerkleidung sind voll. Die Kunden sparen auch, weil sie durch die steigenden Energiekosten verunsichert sind.
Die Bekleidungsbranche ist in diesem Sommer mit dem Geschäft nicht zufrieden: Bei strömendem Regen und herbstlichen Temperaturen verkaufen sich T-Shirts und dünne Kleidchen schlecht. Und so nutzen fast alle Geschäfte in Mönchengladbach den Sommerschlussverkauf, um nochmal den Rotstift anzusetzen. Auch wenn es den Sommerschlussverkauf offiziell nicht mehr gibt: „Der Bundesverband des textilen Einzelhandels hat ihn seinen Mitgliedern aber als Saisonabschluss empfohlen“, sagt Nora Timmerbeil vom Rheinischen Einzelhandels- und Dienstleistungsverband. Der Einzelhandel hinke hinter den Umsätzen des Vorjahres zurück, die Lager seien noch voll. Daran änderten auch die vielen Preisnachlässe nichts, mit denen die Geschäfte schon seit Wochen werben. „Es herrscht Konsumflaute, uns holen die hohen Energiekosten und die Inflation ein“, sagt Hans-Jürgen Kleewald vom Rheydter Citymanagement.
Angst vor Nachzahlungen
Viele Kunden sind verängstigt, weil durch die gestiegenen Energiepreise eine hohe Nachzahlung bei den Mietnebenkosten auf sie zukommen könnte. Auch die Inflationsrate sorgt für Unsicherheit und Zurückhaltung. „Und in einer Stadt wie Mönchengladbach mit den meisten Hartz-IV-Empfängern spürt man das besonders deutlich“, sagt Kleewald.
Während früher gegen Ende eines Monats die Kaufkraft nachließ, bemerken die Geschäftsleute inzwischen schon früher einen Rückgang. Rund 14 Tage, nachdem die Gehälter ausgezahlt wurden, kaufen die Kunden spärlicher ein, erklärt Kleewald, Manager der Shopping-Galerie. Das betreffe längst nicht nur Geringverdiener, sondern auch die so genannte Mittelschicht mit normalen Einkommen.
Dass der Verkauf nur sehr schwer anläuft, hat auch Anna Fortkamp bemerkt. „Das ganze Jahr ist es schon sehr schleppend. Auch bei gutem Wetter im Mai war es nicht viel besser“, sagt die Geschäftsführerin von WE an der Hindenburgstraße. Ein besseres Geschäft hätte sich auch Nicole Bergmann von S.Oliver gewünscht. „Gerade in Mönchengladbach merkt man die Kaufunlust“, sagt sie. „Wenn wir ein paar warme Tage haben, wird es sicher besser laufen“, meint die Geschäftsführerin. Darauf hofft auch Karstadt-Geschäftsführer Manfred Hundt. Sein Haus hat ebenfalls nochmal die Preise reduziert. „Wir hoffen, dass wir bis Ende des Monats noch gut abverkaufen können“, sagt er. Auch Hundt hätte sich über besseren Umsatz gefreut, und drückt sich diplomatisch aus: „Wir haben jedenfalls noch genug Ware für den Sommerschlussverkauf.“
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