Mönchengladbach: Verwaltung arbeitet samstags
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 14.12.2007Mönchengladbach (RPO). Ihren Ausweis beantragen oder ihr Auto anmelden können die Bürger bald wohl auch samstags. Die Gladbacher können außerdem Termine mit den Sachbearbeitern vereinbaren, die dafür eigens in die Stadtteile kommen.
Was in vielen Städten längst normal ist, soll nach dem Willen von CDU und FDP nun auch in Mönchengladbach zum Standard werden: Die wichtigsten Behördengänge können die Gladbacher künftig auch am Samstag erledigen. Zwischen 9 und 12 Uhr werden die Kfz-Zulassungsstelle und die beiden Servicestellen der Stadt in Rheydt und Stadtmitte geöffnet sein. Das Angebot soll zunächst probeweise für ein halbes Jahr gelten.
„Jeder Dienstleister überprüft ständig seine Leistungen und versucht sich noch besser auf seine Kunden einzustellen“, begründet Rolf Besten, CDU-Fraktionsvorsitzender, die Initiative von Christdemokraten und Liberalen. Dass die ausgerechnet in die Zeit fällt, in der Stadtbezirke zusammengelegt werden, ist wohl kein Zufall. Das Signal der Mehrheitsparteien ist klar: Weniger Stadtbezirke bedeuten für den Bürger nicht weniger Service.
Angebot deutlich ausweiten
Im Gegenteil. CDU und FDP wollen das Angebot deutlich ausweiten – und zwar gerade in den Stadtteilen. In den acht Bezirksverwaltungsstellen wird der Bürger alle Formulare und Hilfe beim Ausfüllen bekommen. Das Ziel: Für die meisten Behördengänge soll niemand mehr in die beiden Rathäuser in die Stadt fahren müssen. Der Bürger als Kunde kann auch Termine mit Fachmitarbeitern vereinbaren. Die müssen nicht zwangsläufig im Rathaus sein. Für die CDU gehört zum Bürgerservice dazu, dass der Mitarbeiter in eine der acht Servicestellen in den Stadtteilen kommt. Dort sollen sich die Bürger willkommen fühlen – zum Beispiel durch einen Mitarbeiter, der sie in Empfang nimmt und zum richtigen Ansprechpartner bringt.
Dezernent Peter Holzenleuchter begrüßt den Plan. „Wir sind schon gut. Aber wir müssen alles versuchen, um den Bürgern noch besseren Service zu bieten.“ Gegen die Idee hat auch der Vorsitzende des Personalrats, Dirk Schmitz, nichts. Er macht aber deutlich, dass die Umsetzung Geld kosten wird. „Man kann nicht Stellen streichen und gleichzeitig die Öffnungszeiten ausweiten.“ Er geht davon aus, dass sich Mitarbeiter finden, die samstags arbeiten wollen. „Aber nur, wenn es auch einen Zuschlag gibt.“
In der Ratssitzung am kommenden Mittwoch dürfte es breite Zustimmung für den Antrag von CDU und FDP geben. Die SPD stimmte im Hauptausschuss zu. Die Grünen sind nur für Teile des Antrags; sie wollen keine Öffnungszeiten am Samstag. Gegen die Idee ist allein die FWG. Fraktionsvorsitzender Erich Oberem sieht keinen Bedarf bei den Bürgern. Außerdem sei die Initiative ein leicht zu durchschauendes Manöver. „Das ist ein Schauantrag, der Schadensbegrenzung bei der Diskussion um die Stadtbezirke leisten soll“, so Oberem.
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