Mönchengladbach: Verwirrung um neue Stundenpläne
VON PHILIPP COENEN UND GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 20.08.2009Mönchengladbach (RPO). Alles ist neu: Im Math.-Nat. gibt es für jeden Schüler zwei verschiedene Stundentafeln. An den Rheydter Gymnasien wurden die Unterrichtsstunden verlängert. Und an allen weiterführenden Schulen ist eine Mittagspause nun verpflichtend. Aber genau das stößt manchem bitter auf.
"Diese Mittagspause ist doch bescheuert", regt sich Iris Weinrich (18) auf und schaut ungläubig auf ihren Stundenplan. Dienstags geht bei ihr die Schule um 8.10 Uhr los, um 13.30 Uhr ist Schluss und dann muss sie ganze zweieinhalb Stunden später zurück in die Schule, um bis zur elften Stunde, bis 17.30 Uhr, den Sportunterricht zu besuchen. "Donnerstag wiederholt sich das Spiel", sagt Christopher Schückhaus (19), der zusammen mit Iris die 13. Klasse des Gymnasiums Rheindahlen besucht. Dann haben die zukünftigen Abiturienten bis 17.45 Uhr Sozialwissenschaften, dazwischen Freistunden, in denen sich der Weg nach Hause nicht lohnt. "Anschließend sollen wir noch Hausaufgaben machen und lernen. Das ist doch ein Witz", beschweren sie sich.
Mehr Nachmittagsunterricht
Jeden Tag um 14 oder 14.30 Uhr Schulschluss? Die Zeiten sind vorbei. Wegen der Schulzeitverkürzung auf zwölf Jahre müssen Gymnasiasten schon länger pauken. Jetzt kommt noch die vom Land vorgeschriebene Mittagspause hinzu. Das heißt: Noch mehr Unterricht wird in den Nachmittag verlagert. Darüber sind nicht alle froh.
"Eigentlich will die Mittagspause keiner haben", sagt Rainer Kühn, Schulleiter am Gymnasium Rheindahlen. "Vielmehr ist sie zur Belastung für alle geworden", fährt er fort. Nicht nur für Schüler und Lehrer, sondern auch für Vereine. Denn die müssen sich die Sporthalle mit der Schule teilen – ein Organisationschaos. Zudem machen sich die Vereine Sorgen, dass ihnen die Mitglieder ausgehen. Simone Köbele muss vorerst ihr Hobby auf Eis legen: Den Gitarrenunterricht in einer Musikschule kann sie nicht mehr besuchen.
Eine verpflichtende Mittagspause? Damit haben das Math.-Nat.-Gymnasium, die Marienschule und das Hugo-Junkers-Gymnasium keine Probleme. Eine Mittagspause gibt es dort schon länger. Dafür hat es am Math.-Nat. und am Hugo andere Veränderungen gegeben. Am Mönchengladbacher Ganztagsgymnasium wird jetzt in Doppelstunden unterrichtet. Das hat zur Folge, dass die Schüler zwei verschiedene Stundenpläne haben, nämlich einen für die geraden und einen für die ungeraden Wochen. Damit wird gewährleistet, dass die fünfstündigen und dreistündigen Fächer trotz Doppelstundensystem gleichmäßig abgedeckt werden können. "Die Schüler haben das sofort kapiert", sagt Schulleiterin Ingrid Habrich, die bis jetzt nur positive Rückmeldungen hat.
Ähnliches vermelden das Hugo-Junkers-Gymnasium und das Gymnasium an der Gartenstraße. Beide verlängerten die Unterrichtsstunden auf 65 bzw. 70 Minuten. "Kleine Haken gibt es noch, aber die werden noch ausgebessert", sagt Wolfgang Bremges, Schulleiter vom Hugo.
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