Mönchengladbach: Verwirrung um Schweinegrippe
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 28.07.2009Mönchengladbach (RPO). Die Sorge, sich mit Schweinegrippe infiziert zu haben, wächst. Immer mehr wollen sich testen lassen. Doch manche Ärzte wehren ab, und einige Krankenhäuser stehen kurz vor der Überlastung.
Die Zahl der Schweinegrippe-Fälle steigt weiter. Am Wochenende sind 18 neue Fälle hinzugekommen. Bei den Betroffenen handelt es sich – wie bisher auch – überwiegend um Urlaubsrückkehrer aus Spanien. Zwar sind von den insgesamt 50, seit 15. Juli registrierten Erkrankten 25 schon wieder gesund, wie Stadtsprecher Wolfgang Speen gestern informierte, dennoch: Die Sorge, sich ebenfalls mit dem H1N1-Virus angesteckt zu haben, wächst. Mitreisende, Angehörige, Freunde – viele wollen sich testen lassen, auch wenn sie noch keine Symptome zeigen. Und schon jetzt werden die ersten Probleme sichtbar.
Ohne Symptome kein Test
Tipps
Empfehlungen zu Schutz der Schweinegrippe gibt die Stadt auf ihrer Homepage unter www.moenchengladbach.de und unter der Rufnummer des Gesundheitsamtes Tel. 02161 256510.
Die Hotline des Robert-Koch-Instituts ist montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr unter Tel. 030 187544161 erreichbar. Die Servicenummer des Bundesministeriums für Gesundheit lautet Tel. 0800 4400550.
Problem Nummer 1: Wer macht den Test? Eigentlich sollte der Hausarzt die erste Anlaufstelle sein. Doch in der Stadt sind schon Fälle bekannt geworden, in denen Mediziner Patienten mit Verdacht auf Schweinegrippe abgewiesen haben. Denn die dürfen wegen der möglichen Ansteckungsgefahr nur in separaten Infektionsräumen oder außerhalb der Sprechstunden unter entsprechenden Hygienevorkehrungen behandelt werden.
Das Gesundheitsamt und die Notfallambulanz haben die Ratsuchenden bisher immer an das Franziskushaus verwiesen. Bei Menschen, die sich aus Sorge um eine Infektion testen lassen wollen, in einem separaten Zelt empfangen. Denn obwohl sich das Schweinegrippe-Virus in Deutschland stark abgeschwächt hat und in der Regel für einen milden Krankheitsverlauf sorgt, kann es für kranke Menschen sehr gefährlich sein. Im Franziskushaus gibt es aber – wie in anderen Krankenhäusern auch – viele geschwächte Patienten. Und das ist das Problem Nummer 2. Außerdem ist angesichts der wachsenden Zahl der Testwilligen eine Überlastung abzusehen. Schon jetzt wird der Abstrich im Franzikushaus nur noch bei Patienten mit Symptomen und bei direkten Kontaktpersonen gemacht.
Angesichts der Entwicklung hat die Stadt den ursprünglichen Plan, das Franziskushaus als Anlaufstelle für mögliche Schweinegrippe-Fälle vorzuhalten, aufgegeben. Wolfgang Speen: "Auch andere Krankenhäuser sind mittlerweile darauf eingerichtet: Das Elisabeth-Krankenhaus ist dabei, hier allerdings mit Schwerpunkt für Kinder bis 13 Jahren. Auch aus Neuwerk kommen immer mehr Meldungen, und das Bethesda trifft gerade alle Vorbereitungen, um Patienten mit Verdacht auf Schweinegrippe zu testen."
Problem Nummer 3: Der Schnelltest, der bisher zum Einsatz kam, hat sich mittlerweile als nicht zuverlässig herausgestellt. "Nach unseren Erkenntnissen gibt es bei dem Schnelltest eine Fehlerquote von 40 Prozent, deshalb wird er nicht mehr empfohlen", informiert Speen. Sicherheit bringe nur der so genannte PCR-Test. Der aber ist aufwändig. Der Stadtsprecher: "Bis zum Ergebnis muss man mit 24 Stunden rechnen." Seite C 3
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